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  3. Heukartoffeln anbauen: Kartoffeln ohne Umgraben unter Heu
HeukartoffelnKartoffeln anbauenMulchenNo-Dig GartenSelbstversorgungParadies am Lusen

Heukartoffeln anbauen: Kartoffeln ohne Umgraben unter Heu

Kartoffeln auf die gemähte Wiese legen, dick mit Heu abdecken und später fast ohne Graben ernten. Klingt genial – funktioniert aber nur, wenn die Knollen wirklich dunkel bleiben. Unsere Hofversuche zeigen ziemlich gut, was klappt und was schiefgehen kann.

Von Lisa Haidorf29.06.2014Aktualisiert: 25.09.202612 Min. Lesezeit
Frisch geerntete Heukartoffeln nach dem Zurückziehen der Mulchschicht
In diesem Artikel
  1. 01Was sind Heukartoffeln überhaupt?
  2. 02Heu oder Stroh – was ist besser für Kartoffeln?
  3. 03Der richtige Platz für Heukartoffeln
  4. 04Welche Kartoffeln eignen sich?
  5. 05Heukartoffeln pflanzen: So haben wir es gemacht
  6. 06Wie dick muss die Heuschicht sein?
  7. 07Muss man Heukartoffeln gießen?
  8. 08Brauchen Kartoffeln unter Heu Dünger?
  9. 09Warum werden Kartoffeln unter Heu grün?
  10. 10Kann man grüne Kartoffeln noch essen?
  11. 11Schnecken, Mäuse und Kartoffelkäfer: Welche Probleme gibt es?
  12. 12Heukartoffeln ernten: Genau hier macht die Methode richtig Spaß
  13. 13Wie hoch ist der Ertrag bei Heukartoffeln?
  14. 14Vorteile und Nachteile von Heukartoffeln
  15. 15Was passiert nach der Ernte mit dem Heu?
  16. 16Unser Fazit nach mehreren Heukartoffel-Versuchen
In diesem Artikel
  1. 01Was sind Heukartoffeln überhaupt?
  2. 02Heu oder Stroh – was ist besser für Kartoffeln?
  3. 03Der richtige Platz für Heukartoffeln
  4. 04Welche Kartoffeln eignen sich?
  5. 05Heukartoffeln pflanzen: So haben wir es gemacht
  6. 06Wie dick muss die Heuschicht sein?
  7. 07Muss man Heukartoffeln gießen?
  8. 08Brauchen Kartoffeln unter Heu Dünger?
  9. 09Warum werden Kartoffeln unter Heu grün?
  10. 10Kann man grüne Kartoffeln noch essen?
  11. 11Schnecken, Mäuse und Kartoffelkäfer: Welche Probleme gibt es?
  12. 12Heukartoffeln ernten: Genau hier macht die Methode richtig Spaß
  13. 13Wie hoch ist der Ertrag bei Heukartoffeln?
  14. 14Vorteile und Nachteile von Heukartoffeln
  15. 15Was passiert nach der Ernte mit dem Heu?
  16. 16Unser Fazit nach mehreren Heukartoffel-Versuchen

Kartoffeln anbauen, ohne vorher ein Beet umzugraben? Genau das machte Heukartoffeln auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen so interessant. Die Pflanzkartoffeln kamen direkt auf eine kurz gemähte Wiese, darüber eine dicke Schicht Heu. Monate später wurde das Heu einfach zur Seite gezogen und die Kartoffeln eingesammelt.

Zumindest war das die schöne Theorie.

In der Praxis funktionierte die Methode tatsächlich erstaunlich gut – nur eben nicht automatisch. Der erste Versuch lieferte gleich die wichtigste Lektion: Wenn die Mulchschicht zu dünn wird und Licht an die Knollen kommt, werden die Kartoffeln grün. Bei unserem ersten größeren Versuch betraf das am Ende ungefähr 90 Prozent der Ernte.

Später wurde konsequenter nachgemulcht und das Problem ging stark zurück. Wenn du dir für Heukartoffeln also nur eine Sache merken willst, dann diese: Spare niemals am Heu.

Was sind Heukartoffeln überhaupt?

Beim klassischen Kartoffelanbau werden Pflanzkartoffeln in den Boden gelegt und die Pflanzen später angehäufelt. Dabei entsteht der typische Kartoffeldamm, der den neu gebildeten Knollen lockeren Boden und vor allem Schutz vor Licht bietet.

Beim Anbau unter Heu übernimmt eine dicke Mulchschicht einen Teil dieser Aufgabe. Die Kartoffeln liegen sehr flach oder – wie bei unserem Hofversuch – direkt auf der gemähten Fläche. Statt Erde wird immer wieder Heu um die Pflanzen gelegt.

Das hat ein paar ziemlich angenehme Seiten: Du musst keine schweren Dämme anhäufeln, der Boden bleibt bedeckt und zur Ernte musst du nicht mit der Grabegabel nach jeder einzelnen Kartoffel suchen.

Ganz nebenbei schützt eine organische Mulchdecke den Boden vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen und bremst viele Beikräuter. Mit der Zeit verrottet ein Teil des Materials und wird von Bodenorganismen weiterverarbeitet.

Eine Wundertechnik ist das trotzdem nicht. Ohne ausreichend Mulch, Wasser und Kontrolle kannst du auch unter Heu eine ziemlich schlechte Kartoffelernte produzieren.

Heu oder Stroh – was ist besser für Kartoffeln?

Viele Anleitungen sprechen von Kartoffeln unter Stroh. Auf dem Paradies am Lusen wurde dagegen tatsächlich mit Heu gearbeitet.

Das Prinzip ist ähnlich: Das Material soll den Boden bedecken, Feuchtigkeit halten und vor allem verhindern, dass Licht an die Kartoffelknollen gelangt.

Heu und Stroh verhalten sich aber nicht völlig gleich. Heu besteht aus getrocknetem Gras und kann sich mit der Zeit stärker setzen und zersetzen. Genau deshalb musst du die Schicht während der Saison immer wieder kontrollieren. Je stärker sie zusammensackt, desto eher kommen Knollen ans Licht.

Außerdem kann Heu Samen enthalten. Wenn es aus einer spät gemähten Wiese stammt, kann aus deinem Kartoffelbeet also nebenbei auch noch eine kleine Wiese werden. Wenn du die Wahl hast, ist möglichst samenarmes, trockenes Heu angenehmer.

Auf der anderen Seite ist Heu ein sehr brauchbares Mulchmaterial und war auf dem Hof schlicht vorhanden. Für Selbstversorgung ist das ein ziemlich gutes Argument: Verwende das Material, das sinnvoll verfügbar ist – und lerne seine Eigenheiten kennen.

Der richtige Platz für Heukartoffeln

Besonders spannend ist die Methode, wenn du aus einer gemähten Wiese oder einem Stück Rasen später Gartenfläche machen möchtest.

Statt die Grasnarbe komplett abzutragen und den Boden sofort umzugraben, bleibt die Fläche zunächst bedeckt. Unter dem Heu wird es dunkler, viele Gräser werden geschwächt und Bodenlebewesen arbeiten an der organischen Schicht.

Für die Kartoffeln selbst solltest du trotzdem einen möglichst sonnigen Standort wählen. Kartoffeln brauchen Licht für kräftiges Wachstum, während ihre Knollen genau das Gegenteil wollen: Sie müssen dunkel bleiben.

Staunasse Flächen sind weniger geeignet. Mulch hält Feuchtigkeit sehr gut – und wenn der Untergrund ohnehin dauerhaft nass ist, kann aus diesem Vorteil schnell zu viel Nässe werden.

Welche Kartoffeln eignen sich?

Am saubersten startest du mit gesundem Pflanzgut beziehungsweise Pflanzkartoffeln. Genau dafür werden sie angeboten.

Auf dem Hof wurden teilweise auch grün gewordene Kartoffeln aus dem Vorjahr wieder als Pflanzgut verwendet. Gegessen wurden diese Knollen ausdrücklich nicht.

Grüne Kartoffeln sind nämlich kein Zeichen besonderer Reife. Licht führt zur Bildung von Chlorophyll und kann gleichzeitig mit erhöhten Gehalten an Glykoalkaloiden wie Solanin und Chaconin einhergehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, grüne, stark keimende oder deutlich geschädigte Kartoffeln nicht zu essen.

Für die Küche gilt deshalb ganz einfach: Eine Kartoffel, die deutlich grün geworden ist, gehört nicht auf den Teller.

Heukartoffeln pflanzen: So haben wir es gemacht

Die Methode ist angenehm übersichtlich. Trotzdem entscheidet die Pflege während der nächsten Monate darüber, ob sie wirklich funktioniert.

  1. Wiese kurz mähen. Die Fläche wurde zunächst möglichst kurz gemäht. Umgraben war für diesen Versuch nicht nötig.
  2. Pflanzkartoffeln auslegen. Auf dem Hof lagen zwischen den einzelnen Kartoffeln ungefähr 40 Zentimeter. Das gibt den Pflanzen später genug Platz.
  3. Großzügig mit Heu bedecken. Die Knollen verschwinden vollständig unter einer lockeren, dicken Heuschicht. Als grobe Orientierung sind eher 20 bis 30 Zentimeter lockeres Material sinnvoll als eine dünne Dekoschicht. Das ist aber keine Zahl, die du einmal misst und danach vergessen kannst: Heu sackt zusammen.
  4. Feuchtigkeit kontrollieren. Beim Hofversuch wurde das frisch aufgelegte Heu einmal angefeuchtet, damit es sich setzt. Danach richtet sich das Gießen nach Wetter und Bodenfeuchte.
  5. Triebe herauswachsen lassen. Nach einigen Wochen arbeiten sich die Kartoffelpflanzen durch die Mulchdecke.
  6. Immer wieder nachmulchen. Sobald die Heuschicht dünner wird oder sich rund um die Pflanzen Lücken bilden, kommt neues Material dazu.

Bei unserem Versuch waren nach ungefähr fünf bis sieben Wochen die ersten kräftigen Triebe durch das Heu gewachsen. Ab diesem Zeitpunkt wurde nicht einfach die komplette Pflanze wieder begraben, sondern neues Heu rund um die Triebe gelegt.

Wie dick muss die Heuschicht sein?

Genau hier entscheidet sich bei dieser Methode ziemlich viel.

Fachliche Anleitungen zum Kartoffelanbau mit Stroh arbeiten häufig mit dicken Mulchschichten und legen während des Wachstums weiteres Material nach. Je nach Methode werden zunächst ungefähr 15 Zentimeter Stroh und später weitere Schichten oder insgesamt 30 Zentimeter und mehr verwendet.

Bei Heu würde ich mich trotzdem nicht an einer exakten Zentimeterzahl festbeißen. Heu kann unterschiedlich locker sein, wird nass, sackt zusammen und verrottet. Was morgens nach 25 Zentimetern aussieht, kann einige Wochen später nur noch ein Bruchteil davon sein.

Die bessere Kontrolle lautet deshalb:

  • Ist irgendwo Erde beziehungsweise Boden zwischen dem Heu sichtbar?
  • Liegen Knollen frei oder direkt unter einer sehr dünnen Schicht?
  • Ist das Heu stark zusammengesackt?
  • Hat Wind Material von einzelnen Stellen weggeweht?

Wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest, legst du nach.

Bei Heukartoffeln ist die Mulchschicht kein einmaliger Arbeitsschritt. Sie ist das ganze Jahr über dein Ersatz für den Kartoffeldamm.

Muss man Heukartoffeln gießen?

Die kurze Antwort lautet: Ja, wenn sie Wasser brauchen.

Die Heuschicht reduziert die Verdunstung und hält den Boden darunter oft erstaunlich lange feucht. Genau das ist einer der großen Vorteile des Mulchens.

Daraus sollte aber nicht die Regel werden, Heukartoffeln grundsätzlich nie zu gießen. Kartoffeln reagieren während der Knollenbildung auf starke Schwankungen in der Wasserversorgung, und in längeren Trockenphasen reicht auch eine dicke Mulchdecke irgendwann nicht mehr.

Greif deshalb unter das Heu und prüfe den Boden. Ist er dort noch angenehm feucht, musst du nicht aus Gewohnheit wässern. Ist er deutlich trocken, braucht auch das Heubeet Wasser.

Dauerhaft nass sollte die Fläche allerdings ebenfalls nicht sein. Mulch hält Feuchtigkeit – und genau deshalb ist ein gut drainierter Standort hilfreich.

Brauchen Kartoffeln unter Heu Dünger?

Heu ist organisches Material und wird mit der Zeit von Bodenorganismen abgebaut. Das macht aus einem schlechten Boden aber nicht innerhalb weniger Wochen automatisch einen perfekten Kartoffelacker.

Wie gut die Pflanzen versorgt sind, hängt vom Boden unter der Mulchschicht ab. Auf einem nährstoffreichen Gartenboden oder einer guten ehemaligen Wiese kann bereits einiges vorhanden sein.

Auf sehr mageren Flächen kannst du vor dem Auslegen reifen Kompost verwenden. Frischer Mist direkt an den Pflanzkartoffeln ist dagegen keine besonders gute Idee.

Beim alten Hofversuch stand allerdings weniger eine perfekte Düngeplanung im Mittelpunkt als die Frage: Funktioniert diese einfache Anbaumethode überhaupt? Und die Antwort war grundsätzlich ja.

Warum werden Kartoffeln unter Heu grün?

Das Problem hat mit dem Heu selbst wenig zu tun. Kartoffelknollen werden grün, wenn Licht an sie gelangt.

Im klassischen Anbau verhindert der Kartoffeldamm das. Beim Heuanbau übernimmt die Mulchdecke diese Aufgabe.

Unser erster Versuch ist dafür fast schon das perfekte Negativbeispiel: Gegen Ende der Saison war die Heuschicht zu dünn geworden. Viele neue Knollen lagen zu nah an der Oberfläche und bekamen Licht ab. Das Ergebnis waren rund 90 Prozent grüne Kartoffeln.

Im nächsten Versuch kam wesentlich mehr Heu zum Einsatz und der Anteil grüner Knollen sank drastisch.

Das zeigt ziemlich schön, dass die Methode nicht gescheitert war. Wir hatten schlicht einen ihrer wichtigsten Punkte unterschätzt.

Kann man grüne Kartoffeln noch essen?

Deutlich grüne Kartoffeln würde ich nicht schönreden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, grüne, stark keimende oder deutlich geschädigte Knollen zu verzehren.

Die Grünfärbung selbst stammt zwar vom Chlorophyll, zeigt aber, dass die Knolle Licht ausgesetzt war. Gleichzeitig können die Gehalte an natürlichen Glykoalkaloiden wie Solanin und Chaconin ansteigen.

Grüne Knollen aus unseren damaligen Versuchen wurden deshalb nicht als normale Speisekartoffeln verwendet.

Schnecken, Mäuse und Kartoffelkäfer: Welche Probleme gibt es?

Eine dicke organische Mulchschicht schafft ein geschütztes, feuchtes Mikroklima. Das mögen nicht nur Kartoffelpflanzen.

Schnecken

2012 fanden sich unter dem feuchten Heu große Mengen Schneckeneier. Das passt zur allgemeinen Erfahrung mit organischem Mulch: Er hält Feuchtigkeit und schafft dadurch auch attraktive Verstecke für Schnecken.

Das bedeutet nicht, dass jedes Heubeet automatisch zur Schneckenzucht wird. Aber wenn du ohnehin viele Schnecken im Garten hast, lohnt sich ein regelmäßiger Blick unter die Mulchschicht.

Mäuse

Im selben Jahr waren außerdem etliche Kartoffeln angefressen. Mäuse können die ruhigen, gedeckten Bereiche unter dem Mulch durchaus nutzen.

Interessant war aber: In anderen Jahren und besonders auf dem sonnigen Südhang war das Problem kaum vorhanden.

Genau deshalb würde ich weder behaupten, dass Heukartoffeln automatisch Mäuse anziehen, noch dass Mäuse nie ein Thema sind. Standort und Jahr machen einen großen Unterschied.

Kartoffelkäfer

Auch der Kartoffelkäfer interessiert sich nicht dafür, ob du deine Kartoffeln klassisch oder unter Heu anbaust.

Auf dem Hof tauchten sowohl Käfer als auch die typischen orangefarbenen Eigelege an den Blattunterseiten auf. Regelmäßiges Kontrollieren und frühes Absammeln war deshalb auch bei den Heukartoffeln sinnvoll.

Heukartoffeln ernten: Genau hier macht die Methode richtig Spaß

Spätestens bei der Ernte versteht man, warum diese Art des Kartoffelanbaus so reizvoll ist.

Wenn das Kartoffellaub zum Ende der Saison gelb wird und abstirbt, wird das Heu einfach vorsichtig zur Seite gezogen.

Viele Kartoffeln liegen direkt auf dem Boden oder nur sehr flach darunter. Statt einen ganzen Damm mit der Grabegabel auseinanderzunehmen, kannst du die Knollen größtenteils mit der Hand aufsammeln.

Dabei werden deutlich weniger Kartoffeln versehentlich mit Spaten oder Grabegabel angeschnitten. Und wenn Kinder bei der Ernte helfen, hat die Sache fast etwas von Ostereiersuchen.

Für Kartoffeln, die du länger lagern möchtest, solltest du die Knollen ausreifen lassen und vorsichtig behandeln. Danach geht es möglichst dunkel weiter – mehr dazu findest du in unserem Beitrag zum Kartoffeln richtig lagern.

Wie hoch ist der Ertrag bei Heukartoffeln?

Da wäre ich vorsichtig mit großen Versprechen.

Auf dem Paradies am Lusen gab es Jahre, in denen der Ertrag im Heubeet sehr gut war und teilweise sogar besser wirkte als in klassischen Kartoffelreihen. Andere Jahre brachten mehr Probleme.

Bei einem Versuch mit zehn Sorten war von kleinen Knollen bis zu echten XXL-Kartoffeln alles dabei.

Interessanterweise waren ausgerechnet die größten Exemplare nicht automatisch die besten. Außen beeindruckend, innen teilweise weniger schön.

Ertrag hängt auch beim Heuanbau von Sorte, Wetter, Wasser, Nährstoffversorgung, Standort und Schädlingsdruck ab. Das Heu macht aus einer schlechten Saison nicht automatisch eine Rekordernte.

Vorteile und Nachteile von Heukartoffeln

Nach mehreren Versuchen würde ich die Methode weder als Wundertechnik noch als Spielerei abtun.

Die Vorteile

  • Du kannst eine gemähte Fläche nutzen, ohne sofort alles umzugraben.
  • Die Mulchschicht hält den Boden länger feucht.
  • Viele Beikräuter werden unterdrückt.
  • Der Boden bleibt bedeckt und wird weniger stark aufgeheizt.
  • Die Kartoffeln lassen sich sehr leicht ernten.
  • Beim Ernten werden weniger Knollen mit Werkzeug verletzt.
  • Verrottendes Heu liefert organisches Material für die Fläche.

Die Nachteile

  • Du brauchst überraschend viel Heu.
  • Während der Saison muss regelmäßig nachgemulcht werden.
  • Zu wenig Mulch führt schnell zu grünen Kartoffeln.
  • Feuchtes Mulchmaterial kann Schnecken gute Bedingungen bieten.
  • Mäuse können je nach Standort zum Problem werden.
  • Heu kann Grassamen oder andere Samen mitbringen.
  • Eine gute Wasserversorgung bleibt trotzdem wichtig.

Was passiert nach der Ernte mit dem Heu?

Das Material ist nach einer ganzen Saison normalerweise nicht mehr dasselbe trockene Heu, das du im Frühjahr aufgelegt hast.

Ein Teil ist zusammengesackt, ein Teil bereits verrottet und an der Unterseite findest du häufig dunkles, feuchtes organisches Material.

Die Reste können auf der Fläche bleiben oder in die nächste Beetplanung einbezogen werden. Genau deshalb war die Methode auf einer Wiese interessant: Die Kartoffeln lieferten nicht nur eine Ernte, sondern die dicke Mulchschicht veränderte gleichzeitig die Fläche darunter.

Wenn dich solche Mulchmethoden interessieren, passt dazu auch unser Versuch mit Kürbis im Heu.

Unser Fazit nach mehreren Heukartoffel-Versuchen

Die Idee funktioniert. Aber sie funktioniert nicht deshalb, weil man die Kartoffeln einfach irgendwo hinlegt und im Herbst wieder einsammelt.

Der eigentliche Schlüssel ist die Mulchschicht.

Sie muss dick genug sein, sie muss während der Saison kontrolliert werden und sie muss nachgelegt werden, sobald sie zusammensackt. Wer diesen Teil ernst nimmt, bekommt eine ziemlich entspannte Art, Kartoffeln anzubauen – besonders wenn ohnehin viel Heu vorhanden ist oder eine Wiesenfläche später zum Garten werden soll.

Wer dagegen am Material spart, lernt wie wir beim ersten Versuch sehr schnell, warum Kartoffeln normalerweise unter der Erde wachsen.

Fachlich nachlesen: BfR: Glykoalkaloide in Kartoffeln[1] · BZL: Mulchen im Garten

Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.

Quellen (1)
  1. BfR: Glykoalkaloide in Kartoffeln
L
VonLisa Haidorf

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