Unsere eigene Statistik misst Besuche, Suchbegriffe und Klicks auf Produkte oder Inhalte, Rechner-Nutzung und Einkäufe. Wenn du angemeldet bist, wird die Nutzung deinem Konto zugeordnet. Alle Messdaten bleiben bei Last Farm.
Rote Bete spaltet die Geschmäcker, im Garten ist sie aber angenehm unkompliziert. Mit Anbautipps, Erfahrungen aus dem Paradies am Lusen und Lisas Rohkostsalat.
Von Lisa Haidorf7 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
Rote Bete polarisiert. Die einen mögen genau diesen erdigen Geschmack, die anderen machen lieber einen Bogen darum. Im Garten im Paradies am Lusen war sie trotzdem ein dankbares Gemüse, und Lisa mochte sie besonders als einfachen Rohkostsalat.
Wenn du Rote Bete selbst anbaust, musst du kein Hexenwerk beherrschen. Ein sonniger Platz, lockerer Boden und etwas Geduld reichen oft schon aus. Gerade weil man sie nicht ständig betüdeln muss, passt sie gut in Gemüsegärten, in denen nebenbei noch einiges anderes läuft.
Rote Bete aussäen: Standort, Zeitpunkt und Abstände
Rote Bete mag einen sonnigen Platz und humosen, tiefgründig gelockerten Boden. Arbeite bei Bedarf etwas reifen Kompost ein und beseitige größere Verdichtungen, bevor du säst. Bei der Sortenwahl darfst du ruhig neugierig sein: Neben den klassischen roten Rüben gibt es gelbe, weiße und geringelte. Manche sind rund, andere wachsen walzenförmig, etwa die Sorte Forono. Gerade im eigenen Garten muss ja nicht alles so aussehen wie in der Gemüseabteilung.
Für die Direktsaat ist Mitte April bis Juni eine gute Orientierung. Entscheidend sind aber auch die Sorte und das Wetter. Ist der Boden noch kalt, wartest du lieber etwas: Längere Kälte kann dazu führen, dass die Pflanzen vorzeitig blühen, statt eine schöne Rübe zu bilden. In kühlen Lagen ist ein späterer Start deshalb oft vernünftiger. Für den Wintervorrat bietet sich eine Aussaat im Mai oder Juni an.
Bei der Aussaat
So passt es für den Anfang
Saattiefe
Etwa 2 bis 3 cm
Reihenabstand
Etwa 30 cm
Abstand in der Reihe
Ungefähr 10 cm für größere Rüben
Nach dem Säen
Mit Erde bedecken, leicht andrücken und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten
Aus einem vermeintlichen Samen kommen bei vielen Sorten mehrere Pflänzchen. Dahinter steckt ein Samenknäuel, kein Aussaatfehler. Sobald die ersten richtigen Blätter da sind, kannst du die schwächeren Pflänzchen entfernen und den kräftigen etwa 10 cm Platz lassen. Im Garten der Familie blieb das aus Zeitgründen öfter aus, und das Ergebnis war trotzdem brauchbar: lieber mehrere kleinere Rüben als gar keine. Für gleichmäßig große Lagerrüben lohnt sich das Vereinzeln aber schon.
Direkt säen ist meist der unkompliziertere Weg, Vorziehen ist trotzdem möglich. Dafür eignen sich kleine Anzuchttöpfe oder Anzuchtplatten, aus denen du die Jungpflanzen mit möglichst ungestörtem Wurzelballen ins Beet setzt. Gewöhne sie vorher schrittweise an draußen. Die feinen Wurzeln auseinanderzuzupfen oder beim Pflanzen zu knicken, solltest du vermeiden.
Pflege bis zur Ernte
Ist die Rote Bete angewachsen, braucht sie vor allem bei längerer Trockenheit Wasser. Halte die Erde möglichst gleichmäßig feucht, aber nicht dauerhaft nass. Starke Wechsel zwischen Trockenheit und reichlichem Gießen können die Rüben aufplatzen lassen. Zwischen den jungen Pflanzen solltest du außerdem etwas jäten, damit sie nicht gleich überwuchert werden. Ansonsten ist Rote Bete nicht gleich beleidigt, wenn der Garten einmal nicht ganz geschniegelt aussieht.
Beim Düngen gilt dagegen nicht automatisch: viel hilft viel. Rote Bete hat einen mäßigen Nährstoffbedarf. In einem gut versorgten Beet ist häufig keine zusätzliche Düngung nötig. Im Paradies am Lusen wurde Brennnesseljauche verwendet; für deinen Garten ist das aber kein Auftrag, regelmäßig nachzugießen. Zusätzliche Nährstoffe sollten sich nach dem Bedarf richten. Gerade zu viel Stickstoff kann die Nitratgehalte erhöhen und die Lagerfähigkeit verschlechtern.
Mit der Ernte kannst du je nach Sorte, Wetter und gewünschter Größe nach ungefähr drei bis vier Monaten beginnen; größere Lagerrüben brauchen mitunter länger. Kleine Babyrüben lassen sich oft schon nach etwa acht bis zehn Wochen herausnehmen. Du musst also nicht auf einen einzigen großen Erntetag warten. Ernte nach Bedarf und lass die übrigen weiterwachsen. Den Wintervorrat holst du vor stärkeren Frösten aus dem Beet.
Lockere die Erde vorsichtig mit einer Grabgabel und ziehe die Rüben heraus, ohne sie anzustechen. Das Laub kannst du abdrehen; lass dabei etwa 2 bis 3 cm Stiel stehen und die dünne Wurzel unversehrt. Wichtig ist weniger die perfekte Handbewegung als eine unverletzte Rübe. Auch die Blätter sind essbar: Junge passen in Salate, größere kannst du ähnlich wie Mangold zubereiten. Sie werden allerdings schnell welk und kommen deshalb besser bald in die Küche.
Rote Bete richtig lagern
Für den Wintervorrat suchst du dir gesunde, unbeschädigte Rüben aus. Angestoßene oder angeschnittene Exemplare solltest du bald verarbeiten, statt sie lange einzulagern. Faulige gehören nicht mehr auf den Teller. Die Lagerrüben werden nicht gewaschen: Entferne nur lose Erde vorsichtig, ohne die Schale zu verletzen.
Auf dem Hof war das Einschlagen in Sand die bewährte Methode. Das klingt umständlicher, als es ist: Gib eine Schicht leicht feuchten Sand in eine Kiste, lege die Rüben hinein und fülle die Zwischenräume mit Sand auf. Die Rübenkörper sollen umgeben sein, der obere Blattansatz kann herausschauen. Der Sand darf nicht nass sein – die Rüben sollen nicht austrocknen, aber auch nicht im Matsch liegen.
Die Kiste kommt an einen dunklen, kühlen und frostfreien Platz, möglichst bei etwa 4 °C. Unter passenden Bedingungen kann sich Rote Bete mehrere Monate halten. Ein warmer Heizungskeller ist dafür leider nicht dasselbe wie ein kühler Vorratskeller. Schau zwischendurch nach deinen Beständen und entferne faulende Rüben gleich. Für ein paar Knollen, die bald verbraucht werden, reicht das Gemüsefach im Kühlschrank. Dort schützt ein leicht feuchtes Tuch vor dem Austrocknen.
Eigenes Saatgut gewinnen braucht ein zweites Jahr
Rote Bete ist zweijährig: Im ersten Jahr wächst die Rübe, nach der Überwinterung folgen normalerweise Blüten und Samen. Dafür wählst du gesunde, sortentypische Rüben aus, überwinterst sie frostfrei und pflanzt sie im Frühjahr wieder ein. Starte möglichst mit einer samenfesten Sorte. Für die Vermehrung solltest du außerdem mehr als eine einzelne Rübe aufheben: Dreschflegel empfiehlt für den Hausgarten mindestens zehn Pflanzen derselben Sorte, die gemeinsam zur Blüte kommen.
Der knifflige Teil ist die Bestäubung. Rote Bete, Mangold, Futter- und Zuckerrüben gehören zu Beta vulgaris und können sich miteinander verkreuzen. Ihr Pollen wird vom Wind getragen. Eine andere blühende Sorte nur ans gegenüberliegende Beetende zu setzen, reicht deshalb nicht für verlässlich sortenreines Saatgut. Für die Gemüseernte ist diese Frage dagegen kein Problem: Entscheidend wird sie, wenn du Samen für die nächste Generation gewinnen möchtest.
Die hohen Blütenstängel brauchen später oft eine Stütze. Wenn die Samenknäuel überwiegend braun geworden sind, kannst du sie nach und nach ernten und gründlich nachtrocknen lassen. Erst dann kommen sie beschriftet an einen trockenen, dunklen und kühlen Platz. Mehr dazu findest du im Beitrag über Saatgut gewinnen und lagern.
Lisas einfacher Rohkostsalat
Wenn Rote Bete roh auf der Reibe landet, wird sie selbst bei Skeptikern manchmal plötzlich doch interessant. Lisa machte daraus einen schlichten Salat mit Möhren und Apfel. Beim Dressing heißt es in ihrem Rezept einfach „etwas Essig, Öl und Sahne“. Die Mengen dafür sind hier als Starthilfe ergänzt – abgeschmeckt wird trotzdem.
Für ungefähr zwei Beilagenportionen:
1 kleine Rote Bete
2 Möhren
1 Apfel
Walnüsse nach Belieben
etwa 1 EL Essig
etwa 1 EL Öl
etwa 2 EL Sahne
1 TL Honig
Salz und Pfeffer
Rote Bete und Möhren waschen und dünn schälen, den Apfel waschen und entkernen. Alles in eine Schüssel raspeln und nach Belieben gehackte Walnüsse dazugeben. Essig, Öl, Sahne und Honig verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und unterheben. Fang beim Essig ruhig sparsam an und probiere, was dir schmeckt.
Fertig ist ein einfacher Rohkostsalat, bei dem Apfel und Möhren die erdige Note etwas auffangen. Und falls von den Möhren noch welche übrig sind, findest du im Beitrag über Karotten lagern und verwerten weitere Ideen.
Ein paar Töpfe reichen für die erste eigene Ernte. So findest du passende Pflanzen für deinen Balkon und lernst, worauf es bei Erde, Gießen und Pflege ankommt.
Kartoffeln auf die gemähte Wiese legen, dick mit Heu abdecken und später fast ohne Graben ernten. Klingt genial – funktioniert aber nur, wenn die Knollen wirklich dunkel bleiben. Unsere Hofversuche zeigen ziemlich gut, was klappt und was schiefgehen kann.
Kommentare 0
Teile deine Gedanken und Erfahrungen zum Artikel.
Noch keine Kommentare. Mach den Anfang!