Saatgut für deinen Garten: So findest du die passenden Samen

Du möchtest ein paar Tomaten, Salat oder Kräuter selbst ziehen. Dann schaust du auf die Samentüten: Bio, F1, samenfest, alte Sorte. Eigentlich wolltest du nur etwas anbauen.

Hier bekommst du die Übersetzung. Du erfährst, welches Saatgut zu deinem Garten passt, wie du mit der Aussaat anfängst und wann du später eigene Samen gewinnen kannst.

Was ist Saatgut eigentlich?

Saatgut ist das Ausgangsmaterial für deine Aussaat. Im Gemüse- und Kräutergarten sind das meist Samen, aus denen neue Pflanzen entstehen.

Die Gemüseart allein sagt noch nicht alles: „Tomate“ ist etwas anderes als die konkrete Tomatensorte. Sorten unterscheiden sich beispielsweise in Wuchs und Eigenschaften. Deshalb lohnt sich ein Blick auf mehr als das schöne Erntefoto. [1]

Samenfestes Saatgut oder F1: Was ist der Unterschied?

Eine ausdrücklich samenfeste Sorte ist dafür ein sinnvoller Ausgangspunkt.

Ist Bio-Saatgut immer samenfest?

Nein. Bio beschreibt die ökologische Erzeugung, samenfest die Vermehrungseigenschaften der Sorte. Auch im ökologischen Anbau kommen Hybridsorten vor. Eine Sorte kann samenfest und bio sein. Die eine Angabe ersetzt die andere nicht. [4]

Was bedeutet „alte Sorte“?

Damit sind länger bekannte beziehungsweise traditionell erhaltene Sorten gemeint. Ihre Erhaltung kann zur Nutzpflanzenvielfalt beitragen. Für deine Auswahl bleiben Standort, Verwendung und Vermehrungseigenschaften wichtig. „Alt“ ist keine Garantie, dass eine Sorte überall gut wächst. [1]

Welches Saatgut passt zu dir?

Das passende Saatgut beginnt bei dem, was du anbauen möchtest und tatsächlich unterbringen kannst.

Woran erkennst du gutes Saatgut?

Hilfreich sind eindeutige Angaben zu Art, Sorte und Anbieter sowie verständliche Anbauhinweise. Zur Qualität einer Saatgutpartie gehören unter anderem Keimfähigkeit, Reinheit und Sortenechtheit. [5]

Eine gute Verpackung erklärt dir, was du bekommst. Passende Lagerung und Aussaatbedingungen bleiben trotzdem wichtig.

Eine Samentüte lesen

Bereiche einer Samentüte

Schematisches Beispiel

Sorte

Die Art sagt dir, welches Gemüse es ist. Der vollständige Sortenname hilft dir, Wuchsform und Eigenschaften nachzuschlagen und die gleiche Sorte später wiederzufinden.

Aussaatzeit

Vorziehen, direkt säen und später auspflanzen sind unterschiedliche Termine. Die Angaben müssen zur Pflanze und zu den Bedingungen an deinem Standort passen.

Saattiefe und Abstand

Wie tief kommt der Samen in die Erde? Wie viel Platz braucht die Pflanze später? Lichtkeimer werden anders behandelt als Samen, die mit Erde bedeckt werden.

Standort

Wie viel Sonne, welchen Boden und wie viel Platz braucht die Pflanze? Wuchsform und Eignung für Topf, Beet oder Gewächshaus helfen dir bei der Auswahl.

Unser Saatgut kommt nicht erst mit dieser Website ins Spiel.

Meine Eltern Lisa und Rolf haben 18 Jahre lang das „Paradies am Lusen“ aufgebaut und bewirtschaftet. Sie bauen seit vielen Jahren selbst an und verkaufen bereits seit Jahren eigenes Saatgut.

Mit Last Farm bringen wir diese Erfahrung und unser Saatgutangebot zusammen. Damit du nicht nur eine Tüte Samen findest, sondern auch einen verständlichen Einstieg in das, was daraus werden kann.

Wer hinter Last Farm steckt →
Lisa bei der Beetarbeit im Paradies am Lusen
Lisa bei der Gartenarbeit im Paradies am Lusen.
Gesammeltes Saatgut und getrocknete Samenstände aus dem Paradies am Lusen
Gesammeltes Saatgut aus dem Paradies am Lusen.

Such dir deinen Anfang aus.

Du brauchst nicht sofort eine ganze Saatgutsammlung. Eine Sorte, auf deren Ernte du Lust hast, reicht für den Anfang.

Unser erstes Saatgut im Shop: Knoblauch-Schnittlauch aus dem Naturgarten von Lisa und Rolf. Die Portion enthält ca. 30 Samen für deinen Kräuterplatz.

Zum Saatgut im Shop →

Unsere Erfahrungen mit Saatgut →

Du musst nicht alles wissen, bevor das erste Blatt wächst.

Eine passende Sorte. Ein geeigneter Platz. Und ein bisschen Aufmerksamkeit.

Wie säst du Saatgut richtig aus?

Manche Samen kommen direkt ins Beet, andere werden zunächst in Töpfen vorgezogen. Deshalb ist die Anleitung für deine gewählte Pflanze wichtiger als ein einziger Trick für alle Samen.

„Das merke ich mir schon“ wird bei mehreren ähnlichen Töpfen schnell optimistisch.

Warum keimt mein Saatgut nicht?

Temperatur, zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit, Saattiefe oder nachgelassene Keimfähigkeit können eine Rolle spielen. Prüfe zuerst die Hinweise zur Pflanze. Nicht jedes Saatgut keimt gleich schnell. Nach drei Tagen ist nicht automatisch etwas schiefgelaufen. [7]

Kannst du Saatgut selbst gewinnen?

Ja, bei vielen Gemüsearten. Dafür brauchst du geeignete Pflanzen und vollständig ausgereifte Samen. Samenreife und Erntereife für die Küche sind nicht immer derselbe Zeitpunkt.

Tomaten, Erbsen, Bohnen oder Salat können mögliche Einstiege sein. Möhren und verschiedene Kohlarten bilden ihre Samen normalerweise erst im zweiten Jahr. [2]

  1. Aussäen
  2. Pflegen
  3. Samen ausreifen lassen
  4. Trocknen
  5. Wieder aussäen

Bestäubung und mögliche Einkreuzungen gehören dazu. Eine eigene Samenernte bedeutet nicht automatisch sortenechtes Saatgut fürs nächste Jahr. [2]

Bei Zucchini und Kürbis besonders aufpassen

Durch unkontrollierte Einkreuzungen, etwa mit Zierkürbissen, können Pflanzen mit giftigen Bitterstoffen entstehen. Für den Einstieg ist hier verlässlich erzeugtes Saatgut die bessere Wahl. [2]

Wie lagerst du Saatgut richtig?

Viele Gemüse- und Kräutersamen mögen es trocken, kühl und vor Feuchtigkeit geschützt. Selbst gewonnenes Saatgut muss vor dem Verpacken ausreichend getrocknet sein.

Beschriftete Papiertütchen kannst du beispielsweise in einem dicht schließenden Behälter aufbewahren. Notiere Art, Sorte und Erntejahr. Wärme und Feuchtigkeit können die Lagerfähigkeit beeinträchtigen. [8]

Kannst du altes Saatgut noch verwenden?

Oft lohnt sich ein Blick, bevor du es wegwirfst. Wie lange Samen keimfähig bleiben, hängt von Pflanzenart, Ausgangsqualität und Lagerung ab. Es gibt kein einheitliches Haltbarkeitsdatum für alle Samen. [8]

Eine kleine Keimprobe bringt Orientierung: Säe eine abgezählte Teilmenge unter passenden Bedingungen aus und beobachte, wie viele Samen keimen. Das lohnt sich besonders, wenn du noch ausreichend Saatgut von einer älteren Packung hast. Das Ergebnis gilt für diese Probe, es garantiert weder die gesamte Packung noch die spätere Ernte.

Keimprobe und Lagerung im Detail →

Art · Sorte · Erntejahr

Eine passende Sorte ist ein guter Anfang.

Such dir etwas aus, das du gerne ernten möchtest, und einen Platz, an dem es wachsen kann. Die nächste Sorte läuft dir nicht davon.

Quellen (8)
  1. BZL: Woher stammt unser Saatgut?
  2. BZL: Gemüse und Obst selbst vermehren
  3. BZL: Wie entstehen neue Sorten?
  4. BLE: Bio-Züchtung auf Christiansens Biolandhof
  5. LfL: Handelskontrollen Saatgut
  6. LWG: Vorbereitungen für den Gemüsegarten
  7. RHS: Saatgut drinnen aussäen
  8. RHS: Saatgut sammeln und aufbewahren