Wann die Ernte beginnt, hängt von Sorte, Pflanztermin und Wetter ab. Bei vielen Freilandtomaten geht es im Sommer los und bis in den Herbst weiter. Reife Früchte haben ihre sortentypische Farbe und geben bei leichtem Druck etwas nach. Halte beim Pflücken den Zweig fest. Lässt sich die Frucht nicht leicht lösen, schneidest du ihren Stiel vorsichtig ab, statt an der ganzen Pflanze zu ziehen.
Bei gelben, dunklen oder grün bleibenden Sorten hilft die Sortenbeschreibung. Eine grün reifende Tomate ist etwas anderes als eine noch unreife rote. Unreife Früchte lässt du erst nachreifen, statt ihren Reifegrad durch Probieren zu testen. Unreife Tomaten enthalten mehr natürliche Abwehrstoffe der Pflanze und sind besonders für kleine Kinder keine geeignete Naschprobe.
Vor den ersten Frösten kannst du gesunde, unbeschädigte Früchte hereinholen. Schon weit entwickelte Tomaten reifen bei Zimmertemperatur häufig noch nach. Lege sie in einer flachen Lage mit etwas Abstand aus und kontrolliere regelmäßig auf Fäulnis. Licht brauchen sie dafür nicht. Ganz kleine, noch kaum entwickelte Früchte werden dadurch allerdings nicht zuverlässig zu guten Tomaten.
Reife Tomaten, die bald gegessen werden, lagern für ein gutes Aroma meist besser außerhalb des Kühlschranks an einem nicht zu warmen Platz. Sehr reife Früchte kannst du kurzzeitig kühlen, bevor sie verderben. Kleine Naschtomaten schafften es bei uns ohnehin oft nicht bis in die Küche. Größere Früchte passen auf die Brotzeit oder in den Salat; Überschüsse lassen sich beispielsweise zu Sauce verarbeiten und einfrieren.
Hast du eine Lieblingssorte gefunden, wird eigenes Saatgut interessant. Tomaten bestäuben sich überwiegend selbst. Bei samenfesten Sorten lässt sich die Sorte meist gut weiterführen; die Nachkommen von F1-Hybriden können dagegen andere Eigenschaften haben. Wie du Samen aus geeigneten reifen Früchten gewinnst und aufbewahrst, erklären wir unter Saatgut selber gewinnen.
Die wichtigste Erkenntnis aus der Sortenvielfalt auf dem Hof war deshalb nicht, möglichst viele Tomaten gleichzeitig anzubauen. Es waren die Favoriten, die zuverlässig reiften und wirklich schmeckten. Genau die würde ich behalten. Und für die eine neue Sorte findet sich nächstes Jahr vielleicht trotzdem noch ein Plätzchen. So fängt das nämlich an.
Quellen zu den ergänzten Anbau- und Sicherheitshinweisen: Bayerische Gartenakademie: Tomatenanzucht[1] · BZL: Pflanzung und Anbau · Bayerische Gartenakademie: Tomaten im Kübel[2] · LfL: Krankheiten und Fruchtschäden[3] · University of Minnesota: Anzucht und Nachreife · BZfE: Unreife Tomaten und Glykoalkaloide[4]
Nach einem Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet und um praktische Anbauhinweise ergänzt.
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