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Upcycling im Garten: 18 Ideen zum Wiederverwenden statt Wegwerfen
Paletten, alte Fenster, Koffer, Gläser, Dachziegel oder ausgediente Bretter: Im Garten lässt sich vieles sinnvoll weiterverwenden. Entscheidend ist nur, dass Material, Stabilität und neuer Zweck wirklich zusammenpassen.
Von Lisa Haidorf13 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
Im Garten landet erstaunlich viel Material, das für seinen ursprünglichen Zweck ausgedient hat, aber noch lange kein Müll sein muss.
Eine alte Balkontür schließt nicht mehr richtig. Ein paar Paletten stehen herum. Dachziegel sind vom Umbau übrig. Im Keller liegen Einmachgläser, Kuchenformen oder ein Koffer, den niemand mehr braucht.
Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen wurde aus solchen Dingen über viele Jahre alles Mögliche: Hochbeete, Pflanzgefäße, Rankhilfen, kleine Gewächshauslösungen, Schilder, Windschutz und manchmal einfach Gartendeko mit einem gewissen Humor.
Genau darin liegt für mich der Reiz von Upcycling im Garten. Nicht darin, möglichst spektakulär Müll irgendwo einzubauen, sondern zuerst zu fragen:
Was ist schon da – und kann es an einer anderen Stelle noch sinnvoll funktionieren?
Die folgenden Projekte sind deshalb keine Liste perfekter Bauanleitungen. Es sind echte Ideen aus einem gewachsenen Garten – inklusive der Stellen, an denen ich heute genauer auf Material, Standfestigkeit oder Lebensmitteleignung schauen würde.
Was bedeutet Upcycling im Garten?
Beim Upcycling wird ein vorhandener Gegenstand nicht einfach entsorgt, sondern für einen neuen Zweck weiterverwendet.
Im Garten ist das besonders naheliegend, weil dort ständig einfache Funktionen gebraucht werden:
Pflanzgefäße
Rankhilfen
Abdeckungen
Regale
Einfassungen
Schilder
Wetterschutz
Materiallager
Manchmal entsteht daraus etwas schöneres als das Original. Manchmal ist es einfach nur praktisch.
Beides ist völlig in Ordnung.
Bevor du etwas wiederverwendest: fünf kurze Fragen
Nicht jeder Gegenstand, der irgendwie bepflanzbar aussieht, ist automatisch ein gutes Pflanzgefäß.
Bevor etwas dauerhaft draußen landet, würde ich heute fünf Dinge prüfen:
Woher stammt das Material? Bei unbekannt behandeltem Holz, Farben oder Beschichtungen ist Vorsicht sinnvoll.
Kommt es mit Lebensmitteln oder Wurzeln in Kontakt? Für Zierpflanzen ist die Materialfrage oft weniger kritisch als für Gemüse und Kräuter.
Kann Wasser ablaufen? Ohne Drainage wird aus einem hübschen Behälter schnell eine kleine Badewanne.
Steht die Konstruktion sicher? Besonders Paletten, Fenster und hohe Pflanzlösungen können schwer werden.
Wie verändert sich das Material draußen? Holz fault, Metall rostet, Stoff verrottet und Kunststoff wird spröde.
Upcycling funktioniert am besten, wenn der neue Zweck zum Material passt – nicht wenn man einen Gegenstand mit Gewalt in eine Rolle zwingt, für die er nie geeignet war.
1. Paletten als Pflanzwand für Erdbeeren
Paletten gehören wahrscheinlich zu den Klassikern beim Garten-Upcycling.
Auf dem Paradies am Lusen wurden zwei leichtere Einwegpaletten schräg gegeneinandergestellt und mit Latten verbunden. Der Zwischenraum wurde damals unter anderem mit Schafwolle gefüllt, anschließend kamen Erdbeerpflanzen in die seitlichen Bereiche.
Das Prinzip war spannend, weil aus relativ wenig Grundfläche mehrere Pflanzebenen entstanden.
Gerade auf kleinen Flächen kann diese vertikale Nutzung interessant sein.
Bei essbaren Pflanzen würde ich heute allerdings besonders darauf achten, dass Herkunft und Behandlung des Holzes nachvollziehbar sind. Eine Palette unbekannter Geschichte ist nicht automatisch das ideale Gemüsebeet.
2. Kleines Hochbeet aus Europaletten
Auch zwei ausrangierte Europaletten wurden zu einem kleinen Hochbeet zusammengesetzt.
Solche Lösungen können funktionieren, wenn die Konstruktion stabil ist, das Holz geeignet ist und Wasser problemlos ablaufen kann.
Ein gefülltes Hochbeet wird überraschend schwer. Aus einer lockeren Holzkonstruktion wird mit feuchter Erde ziemlich schnell ein Bauwerk mit einigen hundert Kilogramm Gewicht.
Deshalb würde ich bei Paletten-Hochbeeten nicht nur auf die Optik schauen, sondern vor allem auf:
stabile Verbindung der Bauteile
sicheren Stand
geeignete Innenauskleidung, falls nötig
gute Entwässerung
bekannte Herkunft des Holzes
3. Ein Gartenregal aus Holzresten
Nicht jedes Upcycling-Projekt muss spektakulär sein.
Aus übrig gebliebenen Leisten, Dachlatten und Palettenholz entstand ein einfaches Regal.
Genau solche Dinge gefallen mir fast am besten.
Im Garten braucht man ständig Ablagefläche für Töpfe, Werkzeug, Handschuhe, Schnüre oder kleine Kisten. Dafür muss nicht jedes Mal neues Material gekauft werden.
4. Alte Balkontür als Abdeckung für ein Hochbeet
Eine ausgediente Balkontür hatte im Haus ihren Dienst getan, im Garten aber noch nicht.
Sie wurde als transparente Abdeckung auf einem selbstgebauten Hochbeet verwendet.
Das Prinzip ähnelt einem einfachen Frühbeet: Licht gelangt hinein, während die Abdeckung Schutz vor Wind und kühleren Temperaturen bieten kann.
Bei alten Türen und Fenstern ist allerdings Vorsicht angesagt. Glas ist schwer und kann brechen. Die Konstruktion braucht deshalb sichere Auflager und sollte sich so öffnen beziehungsweise sichern lassen, dass sie nicht unkontrolliert zufällt.
Außerdem kann sich unter Glas an sonnigen Tagen sehr schnell Wärme stauen. Lüften gehört also mit zur Konstruktion.
5. Alten Hühnerstall mit Fenstern zum Gewächshaus umbauen
Eine größere Form des gleichen Gedankens zeigte sich beim alten Hühnerstall.
Die vorhandene Grundkonstruktion blieb bestehen und alte Fenster wurden nach und nach eingesetzt. So verwandelte sich der frühere Stall Schritt für Schritt in ein kleines Gewächshaus.
Solche Projekte können besonders sinnvoll sein, weil nicht erst eine komplette neue Konstruktion gebaut werden muss.
Der vorhandene Bestand gibt allerdings die Planung vor. Fenstergrößen, Tragwerk, Lüftung, Windlast und sichere Befestigung müssen zusammenpassen.
6. Alte Futtersäcke als kurzfristiger Pflanzenschutz
Leere Futtersäcke waren vorhanden und wurden zeitweise über Tomatenpflanzen gezogen.
Als improvisierter kurzfristiger Schutz kann so etwas funktionieren.
Für längere Zeit würde ich Pflanzen allerdings nicht einfach luftdicht einpacken. Unter einer geschlossenen Haube können sich Feuchtigkeit und Hitze stauen.
Wie bei fast allen improvisierten Gartenlösungen gilt deshalb: beobachten, was darunter tatsächlich passiert.
7. Wäscheleine als Rankhilfe
Eine alte Wäscheleine braucht keine Wäsche mehr, um nützlich zu sein.
Auf dem Hof wurde sie als Rankhilfe für wilden Hopfen eingesetzt. Der sollte an der damaligen Caféterrasse wachsen und dort zusätzlichen Schatten erzeugen.
Rankhilfen sind generell ein guter Einsatzort für vorhandene Seile, Drähte oder Holzreste, sofern sie noch stabil und für den Standort geeignet sind.
Bei stark wachsenden Kletterpflanzen solltest du allerdings bedenken, dass aus einer dünnen jungen Pflanze später ordentlich Gewicht und Windangriffsfläche werden können.
8. Schafwolle als Winterschutz
Weil auf dem Hof Schafe gehalten wurden, war Wolle zeitweise direkt verfügbar.
Wollvlies wurde unter anderem genutzt, um empfindlichere Pflanzen im Winter zu schützen.
Natürliches Material hat den Vorteil, dass es nicht ewig im Garten bleibt. Gleichzeitig ist genau das auch seine Grenze: Es wird nass, verändert sich und baut sich irgendwann ab.
Als saisonaler Schutz kann das völlig in Ordnung sein.
9. Alte Heuballen als Pflanzversuch
In der Scheune standen alte, staubige Heuballen. Statt sie sofort zu entsorgen, wurde ausprobiert, ob sie noch als Pflanzkörper funktionieren.
Erde hinein, Pflanzen dazu – und beobachten.
Genau aus solchen kleinen Experimenten entstanden später auf dem Hof auch größere Versuche wie Kürbis im Heuballen.
Ein Heuballen ist allerdings kein dauerhaftes Hochbeet. Er wird nass, beginnt sich zu zersetzen, verliert Form und kann Samen enthalten, die plötzlich selbst austreiben.
Als zeitlich begrenzte Gartenidee kann genau das aber interessant sein.
10. Alte Reifen: dekorativ ja, Gemüse lieber woanders
Auch ein ausrangierter Autoreifen tauchte als bepflanztes Objekt im Garten auf.
Optisch kann so etwas durchaus wirken.
Für Lebensmittel würde ich heute trotzdem andere Gefäße wählen. Alte Reifen bestehen aus einem komplexen Materialmix und sind nicht das Material, das ich dauerhaft mit Erde und essbaren Kulturen kombinieren würde.
Für Zierpflanzen ist der Einsatz weniger sensibel – trotzdem bleibt es ein Gegenstand, der irgendwann fachgerecht entsorgt werden muss.
11. Joghurtbecher als Anzuchttöpfe
Für die Anzucht braucht es nicht zwingend für jede Pflanze einen neuen Kunststofftopf.
Joghurtbecher und ähnliche saubere Lebensmittelbehälter können für eine weitere Saison durchaus als kleine Anzuchtgefäße dienen.
Wichtig sind Löcher im Boden.
Ohne Ablauf sammelt sich Gießwasser unten und die jungen Wurzeln stehen schnell dauerhaft nass.
Die Becher halten nicht ewig. Aber wenn ein ohnehin vorhandener Behälter noch einmal benutzt wird, bevor er im Recycling landet, hat er zumindest eine zusätzliche Aufgabe erfüllt.
12. Alte Mustertafel wird zum Gartenschild
Eine ausgediente Fliesenmustertafel wurde schwarz gestrichen und anschließend als einfache Infotafel auf dem Hof verwendet.
Das ist ein schönes Beispiel für Upcycling ohne große Baustelle.
Der Gegenstand musste nicht tragend sein, nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und keine komplizierte neue Funktion erfüllen.
Er brauchte nur eine brauchbare Oberfläche.
13. Hohle Baumstämme als Pflanzgefäße
Ein morscher hohler Baumstamm ist irgendwann kein Baumaterial mehr.
Als Pflanzgefäß kann er trotzdem noch eine Weile funktionieren.
Die Optik passt hervorragend in einen natürlichen Garten und irgendwann zerfällt das Holz vollständig.
Genau deshalb würde ich so eine Lösung nicht auf Dauer planen. Sie darf vergänglich sein.
14. Alte Zinkwanne als Gartenbehälter
Eine alte Zinkwanne ist praktisch, robust und sieht im Garten meistens sofort passend aus.
Auf dem Hof wurde darin im Herbst zeitweise Gemüse gelagert. Auf dem Foto treiben zurückgebliebene Pastinaken bereits wieder aus.
Wenn eine Wanne dauerhaft bepflanzt wird, ist die Entwässerung wieder entscheidend. Ein komplett geschlossener Behälter füllt sich im Regen irgendwann mit Wasser.
15. Einmachgläser als kleine Pflanzglocken
Ein umgedrehtes Einmachglas kann eine junge Pflanze zeitweise vor Wind und kühler Luft schützen.
Solange die Pflanze klein genug ist, funktioniert das wie eine winzige Pflanzglocke.
An sonnigen Tagen kann es unter Glas allerdings schnell sehr warm werden. Solche Abdeckungen brauchen deshalb genauso Aufmerksamkeit wie ein größeres Frühbeet.
16. Alte Koffer bepflanzen
Ein Koffer voller Salat ist objektiv keine besonders vernünftige Methode für den professionellen Gemüseanbau.
Aber er sieht lustig aus.
Und genau dafür darf Upcycling im Garten gelegentlich auch da sein.
Auf dem Hof wurden alte Koffer sowohl mit Salat als auch mit Blumen bepflanzt.
Der Schwachpunkt ist offensichtlich: Viele Koffer bestehen aus Materialien, die nicht dafür gedacht sind, jahrelang nass in Erde zu stehen.
Für eine saisonale Dekoration kann das funktionieren. Für ein dauerhaftes Gemüsebeet würde ich ein geeigneteres Gefäß nehmen.
17. Kanalrohre werden zu Pollern
Ausgediente Rohrstücke wurden auf dem Gelände als einfache Poller beziehungsweise Begrenzung eingesetzt.
Auch das ist Upcycling in seiner unspektakulärsten Form: Ein vorhandenes stabiles Teil bekommt eine neue Aufgabe, ohne groß verändert werden zu müssen.
18. Kuchenformen als kleine Pflanzgefäße
Auch alte Kuchenformen wurden auf dem Hof bepflanzt.
Für kleine Zierpflanzen entsteht daraus schnell eine hübsche Gruppe.
Wie bei jedem geschlossenen Metallbehälter braucht es allerdings einen Wasserablauf, wenn er dauerhaft draußen bepflanzt werden soll.
Alte Dachziegel: wahrscheinlich eine unserer sinnvollsten Wiederverwendungen
Besonders gut gefällt mir Upcycling dort, wo das alte Material für den neuen Zweck fast genauso gut geeignet ist wie neues.
Genau das war bei den alten Dachziegeln an unserer Kräuterspirale der Fall.
Sie waren vorhanden, robust und konnten direkt als Einfassung weiterverwendet werden.
Keine komplizierte Konstruktion und keine Dekoration um der Dekoration willen.
Einfach Material, das an anderer Stelle nicht mehr gebraucht wurde und hier hervorragend passte.
Der Moossessel: Upcycling darf auch einfach Quatsch mit Charme sein
Und dann war da noch der alte Wohnzimmersessel.
Draußen bekam er irgendwann einen grünen Moosbezug und wurde zu einem dieser Gegenstände, bei denen niemand behaupten muss, dass sie besonders praktisch sind.
Ein gepolsterter Sessel ist nicht wetterfest, nicht besonders langlebig und irgendwann auch kein schöner Anblick mehr.
Aber für eine Zeit war er ein ziemlich lustiges Stück Garten.
Das gehört für mich ebenfalls dazu: Nicht jedes wiederverwendete Objekt muss am Ende eine fünfzehnjährige Nutzungsdauer und eine perfekte Ökobilanz haben.
Man sollte nur nicht aus einer witzigen Idee nachträglich eine geniale Dauerlösung machen.
Gestapelte Tontöpfe als Pflanzidee
Bei dieser Idee waren die Tontöpfe ausnahmsweise nicht alt.
Mehrere Töpfe wurden auf einen Eisenstab gesteckt und versetzt übereinandergestapelt.
Das Ergebnis nutzt Höhe und bringt mehrere kleine Pflanzplätze auf relativ wenig Grundfläche unter.
Streng genommen also kein echtes Upcycling – aber genau der improvisierte Erfindergeist passt gut zu den übrigen Ideen.
Welche Materialien würde ich bei essbaren Pflanzen vermeiden?
Gerade bei Gemüse, Kräutern und Beeren würde ich nicht einfach jeden Fundgegenstand mit Erde füllen.
Vorsichtig wäre ich besonders bei:
unbekannt behandeltem oder stark lackiertem Holz
Behältern, in denen früher Chemikalien oder problematische Stoffe gelagert wurden
alten Reifen als dauerhaftem Gemüsebeet
Materialien mit abblätternden unbekannten Beschichtungen
Gefäßen ohne ausreichende Entwässerung
Für eine Zierpflanze ist der Spielraum größer.
Bei Lebensmitteln finde ich die einfache Regel sinnvoll: Wenn ich nicht weiß, was ein Material über Jahre gesehen hat oder enthält, brauche ich es nicht zwingend direkt an meinen Salatwurzeln.
Altes Holz im Garten: Herkunft schlägt Optik
Ein altes Brett kann wunderschön verwittert aussehen und trotzdem für ein Gemüsebeet ungeeignet sein.
Umgekehrt muss unbehandeltes gebrauchtes Holz nicht schlechter sein als neues.
Deshalb würde ich bei Hochbeeten, Pflanzkästen oder anderen Konstruktionen mit dauerhaftem Erd- und Feuchtigkeitskontakt möglichst wissen, woher das Holz stammt und wie es behandelt wurde.
Für ein Regal, eine Rankhilfe oder ein Schild ist der direkte Kontakt mit essbaren Pflanzen dagegen viel geringer.
Drainage: der langweilige Punkt, der viele Upcycling-Ideen rettet
Fast jedes Gefäß kann auf einem Foto bepflanzt werden.
Spannend wird es erst nach drei Regentagen.
Koffer, Wannen, Dosen, Kuchenformen oder andere geschlossene Behälter brauchen einen funktionierenden Wasserablauf, wenn Pflanzen dauerhaft darin wachsen sollen.
Sonst steht die Erde irgendwann unter Wasser und die Wurzeln bekommen Probleme.
Darum gehört die Frage „Wo läuft das Wasser raus?“ für mich inzwischen zu den ersten Fragen bei jeder improvisierten Pflanzidee.
Upcycling und Permakultur: ähnlich gedacht, aber nicht dasselbe
Wiederverwendung passt sehr gut zum Gedanken, vorhandene Ressourcen möglichst sinnvoll im System zu halten.
Trotzdem ist nicht jedes Upcycling automatisch Permakultur.
Wenn ein alter Gegenstand an neuer Stelle mehr Probleme verursacht als löst, bleibt er auch dann keine geniale Kreislauflösung, nur weil er nicht weggeworfen wurde.
Das Ziel ist nicht, möglichst viel Zeug im Garten zu behalten.
Das Ziel ist, vorhandene Dinge dort weiterzuverwenden, wo sie wirklich nützlich sind.
Schnittgut ist ebenfalls ein Material
Upcycling muss sich nicht auf Gegenstände beschränken.
Auch Material aus dem Garten selbst kann eine neue Funktion bekommen.
Ein gutes Beispiel ist unsere Benjeshecke. Statt Astschnitt ständig wegzubringen, wurde daraus ein Windschutz und eine dauerhafte Struktur.
Das funktioniert ähnlich wie bei den alten Dachziegeln: Etwas ist bereits vorhanden und wird genau dort eingesetzt, wo seine Eigenschaften nützlich sind.
Bei großen Bauprojekten lohnt Wiederverwendung besonders
Je größer ein Projekt wird, desto größer kann auch der Unterschied sein, wenn vorhandenes Material sinnvoll integriert werden kann.
Beim Umbau des Hühnerstalls wurden alte Fenster genutzt. Auch beim außergewöhnlichen Gartenpavillon aus Holz spielte der Umgang mit verfügbaren Materialien und handwerklichen Lösungen eine große Rolle.
Aber gerade bei Bauprojekten endet Improvisation dort, wo Tragfähigkeit, Sicherheit, Glas, Brandschutz oder Witterung relevant werden.
Upcycling ersetzt keine saubere Konstruktion.
Die besten Upcycling-Ideen erkennt man oft daran, dass sie langweilig sinnvoll sind
Der bepflanzte Koffer bekommt wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit.
Das alte Brett, das zehn Jahre lang als Regalboden dient, ist aber möglicherweise die bessere Wiederverwendung.
Für mich gibt es deshalb drei Kategorien:
Art
Beispiel
Gedanke
praktisches Upcycling
Dachziegel als Einfassung, Holzrest als Regal
ersetzt tatsächlich neues Material
experimentelles Upcycling
Heuballen als Pflanzkörper, alte Fenster im Gewächshaus
ausprobieren und beobachten
dekoratives Upcycling
Koffer, Moossessel, Kuchenform
Charakter und Spaß stehen im Vordergrund
Keine Kategorie ist automatisch besser.
Man sollte nur wissen, welches Ziel man gerade verfolgt.
10 Fragen vor deinem nächsten Upcycling-Projekt
Ist der Gegenstand überhaupt noch stabil?
Weiß ich, aus welchem Material er besteht?
Kenne ich bei Holz oder Behältern ungefähr die Vorgeschichte?
Sollen darin Lebensmittel wachsen?
Kann Regenwasser ablaufen?
Wird das Material dauerhaft feucht?
Kann etwas kippen, brechen oder herunterfallen?
Wie sieht die Lösung in zwei oder drei Jahren aus?
Ersetzt sie tatsächlich etwas Neues oder lagere ich nur Müll um?
Gefällt mir die Idee auch dann noch, wenn sie nicht auf einem Foto spektakulär aussieht?
Unser Fazit: Erst überlegen, dann wegwerfen – aber auch erst überlegen, dann aufheben
Der Garten auf dem Paradies am Lusen war über die Jahre voll von Dingen, die eigentlich schon ein erstes Leben hinter sich hatten.
Paletten wurden zu Beeten. Fenster zu Gewächshausflächen. Dachziegel zu Einfassungen. Gläser zu Pflanzglocken. Eine Wäscheleine wurde Rankhilfe.
Manche Ideen waren dauerhaft sinnvoll.
Andere waren Experimente.
Und einige waren einfach lustig.
Genau diese Mischung gefällt mir bis heute.
Upcycling muss nicht bedeuten, jeden alten Gegenstand krampfhaft zu retten.
Aber bevor etwas im Container landet, lohnt sich die Frage, ob seine Eigenschaften an einer anderen Stelle noch gebraucht werden.
Und bevor du es tatsächlich wiederverwendest, kommt direkt die zweite Frage:
Ist es für diesen neuen Zweck wirklich eine gute Idee?
Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.
Als der alte Hühnerstall auseinanderfiel, bauten Lisa und Rolf einen neuen – 6 × 4,5 Meter groß, mit Betonboden, Holzbau, Legenestern, Sitzstangen und eigenem Kükenbereich. Eine Baugeschichte aus fast einem Jahr.
Ein geschützter Sitzplatz sollte es werden. Daraus entstand ein Holzpavillon mit 4.200 Schindeln – und einer Baugeschichte, die bei einer Komposttoilette beginnt.
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