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  3. Hühnerstall selber bauen: Von der Baugrube bis zum fertigen Stall
HühnerstallHühnerstall selber bauenHühnerhaltungSelbermachenSelbstversorgungParadies am Lusen

Hühnerstall selber bauen: Von der Baugrube bis zum fertigen Stall

Als der alte Hühnerstall auseinanderfiel, bauten Lisa und Rolf einen neuen – 6 × 4,5 Meter groß, mit Betonboden, Holzbau, Legenestern, Sitzstangen und eigenem Kükenbereich. Eine Baugeschichte aus fast einem Jahr.

Von Lisa Haidorf12.10.2014Aktualisiert: 21.09.20269 Min. Lesezeit
Fertig gebauter Hühnerstall aus Holz mit Fenstern und Eingangstür im Winter
In diesem Artikel
  1. 01Bevor der Hühnerstall gebaut wurde: erst einmal Papierkram
  2. 02Aushub und Frostschutz: Das Gefälle hatten wir unterschätzt
  3. 03Fundament und Betonboden selbst gemacht
  4. 04Holzwände aufstellen: Plötzlich sah es nach Hühnerstall aus
  5. 05Der Innenausbau zog sich durch den Winter
  6. 06Was gehört in einen Hühnerstall?
  7. 07Am 17. Januar durften die Hühner einziehen
  8. 08Ein geschützter Auslauf für die Küken
  9. 09Auch vor der Tür war das Projekt noch nicht fertig
  10. 10Was wir beim Hühnerstallbau gelernt haben
  11. 11Fast ein Jahr Arbeit für einen Hühnerstall
In diesem Artikel
  1. 01Bevor der Hühnerstall gebaut wurde: erst einmal Papierkram
  2. 02Aushub und Frostschutz: Das Gefälle hatten wir unterschätzt
  3. 03Fundament und Betonboden selbst gemacht
  4. 04Holzwände aufstellen: Plötzlich sah es nach Hühnerstall aus
  5. 05Der Innenausbau zog sich durch den Winter
  6. 06Was gehört in einen Hühnerstall?
  7. 07Am 17. Januar durften die Hühner einziehen
  8. 08Ein geschützter Auslauf für die Küken
  9. 09Auch vor der Tür war das Projekt noch nicht fertig
  10. 10Was wir beim Hühnerstallbau gelernt haben
  11. 11Fast ein Jahr Arbeit für einen Hühnerstall

Eigentlich sollte nur ein neuer Hühnerstall her. Der alte Stall war irgendwann schlicht am Ende, der Boden löste sich bereits in seine Einzelteile auf und eine Reparatur hätte das eigentliche Problem nur verschoben.

Also entschieden sich Lisa und Rolf 2013 auf dem damaligen Familienhof Paradies am Lusen für einen Neubau. Was zunächst nach einem überschaubaren Hofprojekt klang, entwickelte sich allerdings zu einer ziemlich ausgewachsenen Baustelle: Bauantrag, Aushub, Fundament, gemauerter Sockel, Holzrahmen, Dach, Dämmung, Innenausbau und am Ende sogar ein eigenes Abteil mit Auslauf für die Küken.

Der fertige Hühnerstall hatte eine Grundfläche von 6 × 4,5 Metern. Gebaut wurde größtenteils selbst und mit Hilfe von Freunden. Genau deshalb ist diese Geschichte weniger eine perfekte Bauanleitung als ein ziemlich ehrlicher Blick darauf, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein richtiger Stall wurde.

Bevor der Hühnerstall gebaut wurde: erst einmal Papierkram

Im Januar 2013 begann das Projekt nicht mit Holz oder Beton, sondern mit einem Besuch bei der Gemeinde.

Die Grundidee war zu diesem Zeitpunkt bereits klar: Der neue Stall sollte deutlich solider werden als sein Vorgänger. Geplant waren unter anderem ein betonierter, frostgeschützter Boden und genug Platz, damit Haltung, Reinigung und spätere Erweiterungen vernünftig funktionieren konnten.

Was Lisa und Rolf damals nicht erwartet hatten: Für genau diesen Stall war vor Ort eine Baugenehmigung nötig. Dazu kamen Planzeichnungen, eine Bautafel und später sogar noch ein zusätzlicher statischer Nachweis.

Bis die Vorstellungen gezeichnet, geändert und schließlich einreichbar waren, vergingen rund drei Monate. Ende April ging der Antrag zur Behörde. Die erhofften wenigen Wochen wurden am Ende fast vier Monate Wartezeit.

Selbst nach der Genehmigung war noch nicht sofort Baubeginn. Zuerst wurde die 6 × 4,5 Meter große Fläche mit einem Schnurgerüst abgesteckt und kontrolliert. Danach kam noch die Forderung nach dem zusätzlichen Nachweis.

Am 11. September konnte schließlich wirklich gebaggert werden.

Wenn du selbst einen Hühnerstall bauen möchtest, kläre Genehmigung, Grenzabstände und mögliche Nachweise immer für dein Grundstück und deine Gemeinde. Die Anforderungen dieses Projekts galten für diesen Ort und diese Zeit.

Aushub und Frostschutz: Das Gefälle hatten wir unterschätzt

Ein befreundeter Nachbar organisierte einen Mini-Bagger und half beim Aushub. Laut Planung sollte rund 1,2 Meter tief gearbeitet werden.

Was auf dem Papier zunächst logisch aussah, bekam draußen auf der Fläche allerdings noch eine zusätzliche Dimension: das Gefälle des Grundstücks.

Nach der ersten Ladung Frostschutzmaterial sah die Baugrube nämlich immer noch erstaunlich tief aus. Es musste eine zweite Ladung her.

Danach begann der Teil, den auf schönen Baustellenfotos niemand so richtig sieht: schaufeln, verteilen, ausgleichen und wieder schaufeln.

Zwei Tage lang wurde viel davon von Hand erledigt. Das Ergebnis war eine vernünftig vorbereitete Fläche – und ungefähr eine Woche Rückenschmerzen.

Emma störte das wenig. Sie übernahm währenddessen zuverlässig die Bauaufsicht.

Für einen weiteren unerwarteten Moment sorgte die Berufsgenossenschaft. Nach einer Meldung vom Bauamt kam ein Kontrolleur vorbei, der offenbar mit einer deutlich größeren Baustelle gerechnet hatte. Als er sah, dass sich der ganze Aufwand um einen Hühnerstall drehte, musste auch er lachen.

Fundament und Betonboden selbst gemacht

Der nächste große Schritt war das Fundament. Und auch das sollte möglichst in Eigenleistung entstehen.

Für Lisa und Rolf war eine Bodenplatte dieser Art Neuland. Also wurde gelesen, im Internet recherchiert und bei Freunden so lange nachgefragt, bis zumindest klar war, welche Arbeitsschritte aufeinander folgen mussten.

Verschalung bauen, Bewehrung vorbereiten, Beton organisieren und anschließend alles rechtzeitig dort haben, wo es hingehört – für die erste eigene Bodenplatte war das ein ordentliches Projekt.

Aber es funktionierte.

Nachdem der Beton eingebracht war, stand zum ersten Mal etwas wirklich Dauerhaftes auf der Fläche.

Am 5. Oktober ging es mit dem gemauerten Sockel weiter. Dabei kam Unterstützung von jemandem dazu, der tatsächlich Erfahrung mit solchen Arbeiten hatte. Gerade bei einem Projekt, bei dem vieles zum ersten Mal gemacht wurde, war das ziemlich wertvoll.

Holzwände aufstellen: Plötzlich sah es nach Hühnerstall aus

Ein Freund fertigte die Holzelemente für die Wände vor. Am 26. Oktober kamen dann mehrere Helfer zusammen und die vorbereiteten Elemente wurden aufgestellt.

Bis dahin hatte das Projekt lange nach Fundament und Baustelle ausgesehen. Innerhalb kurzer Zeit änderte sich das komplett. Mit den ersten stehenden Wänden konnte man plötzlich erkennen, wie groß der Stall tatsächlich werden würde.

Lisa dokumentierte den Aufbau mit der Kamera. Beim schweren Heben konnte sie nicht mitarbeiten, also übernahm sie eine mindestens genauso wichtige Aufgabe: Essen für die Mannschaft.

Danach ging es an den Dachstuhl.

Auch hier galt die inzwischen bekannte Arbeitsweise: Was man selbst wusste, wurde gemacht. Was man nicht wusste, wurde nachgelesen oder jemanden gefragt, der es wusste.

Bis zum 9. November war aus Bodenplatte und ein paar vorgefertigten Holzteilen bereits ein ziemlich richtiger Rohbau mit Dach geworden.

Der Innenausbau zog sich durch den Winter

Wer glaubt, mit einem fertigen Dach sei ein Hühnerstall beinahe fertig, wird beim Eigenbau ziemlich schnell eines Besseren belehrt.

Jetzt kamen Dämmung, Innenverkleidung, Zwischenwände, Abdichtungen und all die kleinen Arbeiten, die auf Bildern unspektakulär aussehen und trotzdem Stunden verschlingen.

In den damaligen Aufzeichnungen gibt es kaum einen Wintertag, an dem auf der Baustelle gar nichts passiert ist.

Das Wetter spielte überraschend lange mit. Ganz ohne Schnee ging es natürlich trotzdem nicht. Bevor gearbeitet werden konnte, musste deshalb gelegentlich erst einmal die Schaufel ran.

Am 22. Dezember waren schließlich Fenster und Türen eingebaut. Für kurze Zeit bot der Neubau sogar dem kleinen Auto einen ziemlich komfortablen Winterstellplatz.

Direkt nach dem Jahreswechsel ging es innen weiter.

Der gemauerte Sockel wurde verputzt und verschiedene Fugen wurden mit Silikon geschlossen. Dahinter steckte ein sehr praktischer Gedanke: Möglichst wenige Ritzen bedeuten auch möglichst wenige Verstecke für unerwünschte Mitbewohner.

Was gehört in einen Hühnerstall?

Beim Innenausbau wurde langsam aus dem Gebäude tatsächlich ein Hühnerstall.

Unter anderem entstanden:

  • Sitzstangen
  • ein Kotbrett unter den Sitzplätzen
  • Legenester
  • eine Hühnerleiter
  • ein Hühnertürchen
  • eine selbst gebaute Schiebetür
  • eine Zwischenwand
  • ein eigener Bereich für Küken
  • ein heller kleiner Arbeitsplatz

Gerade dieser Teil ist beim Bau leicht zu unterschätzen. Ein Stall besteht eben nicht nur aus vier Wänden und einem Dach. Erst die Anordnung im Inneren entscheidet darüber, wie praktisch er später im Alltag wirklich ist.

Emma sah das etwas anders und schien zeitweise davon überzeugt zu sein, dass hier gerade eine erstaunlich luxuriöse Hundehütte entstand.

Am 17. Januar durften die Hühner einziehen

Am 17. Januar 2014 war es endlich so weit. Nach Monaten zwischen Bauantrag, Bagger, Beton, Holz und Winterbaustelle konnten die Hühner ihren neuen Stall beziehen.

Mit Heu ausgestattet wurde der neue Raum sofort genutzt.

Ganz fertig war das Projekt damit trotzdem nicht.

Ein eigener Bereich für Küken fehlte noch. Weil vor April kein Nachwuchs erwartet wurde, konnte dieser Teil etwas entspannter entstehen. Anfang März war schließlich auch das Kükenabteil fertig.

Und natürlich brauchten die Kleinen nicht nur einen Platz im Stall, sondern auch einen geschützten Außenbereich.

Ein geschützter Auslauf für die Küken

Beim Außenbereich spielte eine Erfahrung aus früheren Jahren eine wichtige Rolle: Ein Fuchs lässt sich von einem einfachen Zaun nicht unbedingt beeindrucken.

Weil bereits erlebt worden war, dass Füchse graben, bekam der Kükenbereich außen einen gemauerten Sockel. Darauf wurde der geschützte Auslauf aufgebaut.

Damit entstand für die Küken ein eigener Bereich direkt am Stall.

Auch dieser Teil zeigt ganz gut, warum sich Planung vor dem Bau lohnt. Wenn später Küken, getrennte Gruppen oder weitere Bereiche vorgesehen sind, ist es deutlich angenehmer, dafür schon beim Grundriss Platz einzuplanen.

Auch vor der Tür war das Projekt noch nicht fertig

Zum Schluss kam der Eingangsbereich an die Reihe.

Mit Hilfe des Traktors wurde eine Betonplatte vor dem Stall verlegt. Danach wurde der Bereich vor der Tür weiter aufgeräumt und gestaltet.

Ob die Neigung funktionierte und Regenwasser tatsächlich vom Gebäude wegfließen würde, wurde ganz pragmatisch getestet: Wasser drauf und schauen, wohin es läuft.

Es lief nach außen. Also genau dahin, wo es sollte.

Und weil Besucher offenbar immer wieder fragten, was dort eigentlich gebaut worden war, bekam der Stall am Ende noch eine entsprechende Beschriftung über der Tür.

Ein weiterer Ausbau war damals schon im Kopf: ein Wintergarten beziehungsweise zusätzlicher geschützter Bereich. Der gehörte allerdings nicht mehr zu dieser Bauphase.

Was wir beim Hühnerstallbau gelernt haben

Rückblickend bestand der Stallbau aus deutlich mehr als Holz zusammenschrauben.

Ein paar Dinge würden wir aus der Erfahrung besonders früh klären:

  • Genehmigung: Vor dem ersten Einkauf prüfen, was vor Ort überhaupt erlaubt und erforderlich ist.
  • Standort: Gefälle, Wasserablauf und Erreichbarkeit nicht nur auf dem Papier betrachten.
  • Fundament: Boden und Aufbau entscheiden darüber, wie solide der Rest später stehen kann.
  • Innenraum: Sitzstangen, Nester, Türen und mögliche getrennte Bereiche schon beim Grundriss mitdenken.
  • Reinigung: Je weniger unnötige Ritzen und schwer erreichbare Ecken entstehen, desto angenehmer wird später der Alltag.
  • Erweiterungen: Wer später Küken oder getrennte Gruppen halten möchte, spart sich Arbeit, wenn dafür von Anfang an Platz vorhanden ist.
  • Außenbereich: Nicht nur daran denken, was die Hühner drinnen brauchen, sondern auch daran, wie der Übergang nach draußen funktionieren soll.

Fast ein Jahr Arbeit für einen Hühnerstall

Vom ersten Gespräch mit der Gemeinde im Januar 2013 bis zum fertigen Kükenbereich im Frühjahr 2014 zog sich das Projekt deutlich länger, als zunächst gedacht.

Dafür entstand am Ende kein provisorischer Unterstand, sondern ein richtiger Stall, der auf die damalige Hühnerhaltung am Hof zugeschnitten war.

Und vielleicht ist genau das die interessanteste Erinnerung an dieses Projekt: Lisa und Rolf waren keine professionellen Stallbauer. Vieles wurde zum ersten Mal gemacht, manches wurde nachgelesen und an einigen Stellen waren Freunde mit mehr Erfahrung Gold wert.

So entstand Stück für Stück ein Gebäude, das am Anfang nur als Ersatz für einen kaputten alten Hühnerstall gedacht war.

Zum damaligen Hof gehörten natürlich noch viele andere Eigenbauprojekte. Dazu zählen beispielsweise der selbst gebaute Gartenpavillon und später verschiedene Projekte rund um Garten und Selbstversorgung. Auch die Zackelschafe gehörten viele Jahre zum Hofleben.

Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.

L
VonLisa Haidorf

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