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  3. Kräuterspirale bauen: So entstand unsere große Kräuterspirale
KräuterspiraleKräutergartenGarten selber bauenSelbstversorgungGartenplanungParadies am Lusen

Kräuterspirale bauen: So entstand unsere große Kräuterspirale

Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen entstand eine Kräuterspirale mit rund 8 Metern Durchmesser und 1,5 Metern Höhe. Die alten Fotos zeigen Aufbau, Pflanzzonen und viele praktische Details.

Von Lisa Haidorf13.06.2014Aktualisiert: 21.09.20265 Min. Lesezeit
Große Kräuterspirale aus Erde und Steinen mit verschiedenen Kräutern auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen
In diesem Artikel
  1. 01Wie funktioniert eine Kräuterspirale?
  2. 02Die Basis kam vom Hühnerstall
  3. 03Alte Dachziegel als Einfassung
  4. 04Mit großen Steinen bekam die Spirale Stabilität
  5. 05Auch die Umgebung gehörte zum Projekt
  6. 06Welche Kräuter kommen wohin?
  7. 07Beschriften lohnt sich mehr, als man denkt
  8. 08Eine Kräuterspirale muss nicht sofort fertig aussehen
In diesem Artikel
  1. 01Wie funktioniert eine Kräuterspirale?
  2. 02Die Basis kam vom Hühnerstall
  3. 03Alte Dachziegel als Einfassung
  4. 04Mit großen Steinen bekam die Spirale Stabilität
  5. 05Auch die Umgebung gehörte zum Projekt
  6. 06Welche Kräuter kommen wohin?
  7. 07Beschriften lohnt sich mehr, als man denkt
  8. 08Eine Kräuterspirale muss nicht sofort fertig aussehen

Eine Kräuterspirale muss nicht klein sein. Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen wurde sie ganz bewusst ziemlich groß gebaut: ungefähr 8 Meter im Durchmesser und gut 1,5 Meter hoch.

Damit war sie deutlich mehr als ein kleines Kräuterbeet. Sie wurde zu einem eigenen Element im Garten, direkt neben dem damaligen Hühnerstall.

Für einen normalen Hausgarten brauchst du solche Maße natürlich nicht. Das Prinzip funktioniert genauso in deutlich kleiner. Wichtig ist vor allem, dass die Höhenunterschiede sinnvoll aufgebaut sind, du alle Pflanzen bequem erreichst und die Kräuter zur jeweiligen Zone passen.

Wie funktioniert eine Kräuterspirale?

Der eigentliche Reiz einer Kräuterspirale liegt nicht nur in ihrer Form. Durch den Aufbau entstehen auf relativ kleiner Fläche unterschiedliche Bedingungen.

Oben ist der Boden meist trockener, wärmer und stärker der Sonne ausgesetzt. Weiter unten bleibt mehr Feuchtigkeit erhalten und die Bedingungen werden ausgeglichener.

Dadurch kannst du Kräuter mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen recht nah nebeneinander anbauen.

  • Oben: trocken, warm und sonnig
  • Mitte: ausgeglichener und meist noch gut durchlässig
  • Unten: feuchter und etwas geschützter

Trockenheitsliebende Kräuter gehören also eher nach oben, während Pflanzen, die etwas mehr Feuchtigkeit mögen, weiter unten besser aufgehoben sind.

Ein sonniger Standort hilft dabei enorm. Und bei stark wachsenden Arten wie Minze lohnt es sich, von Anfang an Grenzen zu setzen. Sonst entscheidet die Minze irgendwann selbst, wie groß ihr Bereich sein soll.

Wenn du deinen Garten ohnehin neu planst, lohnt sich vorher auch ein Blick auf unseren Beitrag zum Gemüsegarten planen.

Die Basis kam vom Hühnerstall

Auf dem Paradies am Lusen war praktischerweise bereits viel Material vorhanden. Der Aushub vom Bau des Hühnerstalls wurde direkt als Grundlage für die Kräuterspirale verwendet.

Ende März begann der Aufbau. Zunächst wurde der grobe Grundriss angelegt und Erde zu einem großen Hügel aufgeschüttet. Bei der Menge war der Traktor eine ziemlich große Hilfe.

Die Feinarbeit musste trotzdem von Hand passieren. Stück für Stück wurde aus dem Erdhaufen die typische Spiralform herausgearbeitet.

Am Ende erreichte der Hügel gut 1,5 Meter Höhe. Gerade bei einer Spirale dieser Größe ist das wichtig, denn erst der deutliche Höhenunterschied sorgt später dafür, dass wirklich verschiedene Bereiche entstehen.

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VonLisa Haidorf

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Alte Dachziegel als Einfassung

Für die Linien der Spirale kamen alte Frankfurter Pfannen zum Einsatz. Die Dachziegel wurden einfach in die Erde gesetzt und bildeten so die ersten sichtbaren Kanten.

Das passte optisch gut und war gleichzeitig eine schöne Möglichkeit, vorhandenes Material noch einmal sinnvoll zu nutzen.

Bei einer kleinen Kräuterspirale ist so etwas vergleichsweise unkompliziert. Bei 8 Metern Durchmesser spielt Stabilität aber eine deutlich größere Rolle. Regen, Frost und im Bayerischen Wald auch ordentlich Schnee drücken über die Jahre auf die Konstruktion.

Deshalb gilt unabhängig vom Material: Die Kanten sollten stabil genug aufgebaut sein, dass Erde und Steine nicht langsam nach außen wandern.

Mit großen Steinen bekam die Spirale Stabilität

Im nächsten Schritt kamen größere Steine dazu. Im Bayerischen Wald ist das grundsätzlich kein besonders seltenes Baumaterial.

In diesem Fall stammten die Steine praktischerweise aus dem Aushub eines Nachbarn. Nach zwei Traktorladungen war jedenfalls genug Material vorhanden, um die Spirale deutlich massiver aufzubauen.

Die Steine stabilisierten nicht nur die Form, sondern gaben der Kräuterspirale auch den typischen Charakter, den man von solchen Beeten kennt.

Und spätestens nach zwei Ladungen schwerer Steine versteht man auch, warum bei solchen Projekten Pausen zum Bau dazugehören.

Auch die Umgebung gehörte zum Projekt

Die Kräuterspirale stand nicht einfach isoliert auf der Wiese. Ringsherum wurde später ein ungefähr 2 Meter breiter Streifen gefräst und mit Sommerblumen eingesät.

Damit bekam der Bereich einen weichen Übergang in die restliche Gartenfläche und sah deutlich weniger nach Baustelle aus.

Für den Herbst war außerdem ein vorübergehender Windschutz aus Brettern geplant. Die vorhandene Hecke war damals noch nicht dicht genug, um die große Spirale ausreichend abzuschirmen.

Wenn du Windschutz lieber mit Ästen und Schnittgut aufbauen möchtest, kann auch eine Benjeshecke gut in so einen naturnahen Gartenbereich passen.

Welche Kräuter kommen wohin?

Nach dem schweren Teil begann endlich die angenehmere Arbeit: Pflanzen aussuchen.

Damals kamen nicht nur klassische Küchenkräuter in die Spirale. Es wurden auch Wildkräuter, Teekräuter und einzelne Färberpflanzen gesetzt.

Welche Pflanzen genau passen, hängt immer von deinem Standort und dem Aufbau ab. Als grobe Orientierung kannst du dich an den Feuchtigkeitszonen orientieren.

  • Oben: eher mediterrane und trockenheitsliebende Kräuter
  • Mitte: Küchenkräuter mit mittlerem Wasserbedarf
  • Unten: Kräuter, die frischeren und feuchteren Boden mögen

Wichtig ist, nicht direkt jeden freien Zentimeter zu bepflanzen. Kräuter wachsen. Einige sogar ziemlich kräftig.

Die Spirale auf dem Hof wurde deshalb nicht am ersten Tag komplett vollgesetzt. Es blieb bewusst Platz für spätere Pflanzen und neue Ideen.

Beschriften lohnt sich mehr, als man denkt

Viele Kräuter bekamen damals kleine Namensschilder.

Offiziell natürlich, damit Besucher wussten, was dort wächst.

Inoffiziell war die Beschriftung aber genauso praktisch für die Menschen, die die Kräuter selbst gepflanzt hatten. Sobald ein Beet aus vielen verschiedenen Wild-, Tee- und Küchenkräutern besteht, verschwimmen die Namen erstaunlich schnell.

Eine Kräuterspirale muss nicht sofort fertig aussehen

Nach dem Pflanzen sieht selbst eine große Kräuterspirale erst einmal ziemlich leer aus. Das ist völlig normal.

Erst wenn die Pflanzen anwachsen und sich ausbreiten, entsteht das Bild, das man eigentlich im Kopf hatte. Gleichzeitig zeigt sich dann auch, ob die geplanten Zonen wirklich funktionieren.

Manches wächst oben hervorragend, anderes fühlt sich weiter unten deutlich wohler. Und einzelne Pflanzen ziehen irgendwann noch einmal um.

Genau deshalb würde ich eine Kräuterspirale nicht als fertiges Bauprojekt betrachten. Der Bau schafft nur die Grundlage. Wie gut sie wirklich funktioniert, lernst du erst über die nächsten Gartensaisons.

Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.

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