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  3. Knoblauch anbauen: Von der Zehe bis zur eigenen Knoblauchernte
KnoblauchKnoblauch anbauenBrutzwiebelnGemüsegartenSelbstversorgungParadies am Lusen

Knoblauch anbauen: Von der Zehe bis zur eigenen Knoblauchernte

Knoblauch ist erstaunlich unkompliziert, wenn Standort, Pflanzzeit und Erntezeitpunkt passen. Auf dem Paradies am Lusen wurde er nicht nur aus Zehen, sondern auch aus Brutzwiebeln vermehrt – inklusive der praktischen Rundlinge.

Von Lisa Haidorf08.07.2014Aktualisiert: 21.09.20268 Min. Lesezeit
Gebündelte Knoblauchstängel mit Brutzwiebeln zum Trocknen und zur späteren Vermehrung
In diesem Artikel
  1. 01Der richtige Standort für Knoblauch
  2. 02Wann pflanzt man Knoblauch?
  3. 03Knoblauch aus Zehen pflanzen
  4. 04Pflege: Knoblauch möchte es eher unkompliziert
  5. 05Blütenstängel und Brutzwiebeln: Das ist keine normale Saat
  6. 06Knoblauch aus Brutzwiebeln ziehen
  7. 07Rundlinge waren auf dem Hof ziemlich beliebt
  8. 08Muss man die Blütenstängel abschneiden?
  9. 09Wann ist Knoblauch erntereif?
  10. 10Auch die Rundlinge können plötzlich verschwinden
  11. 11Knoblauch richtig trocknen
  12. 12Knoblauch richtig lagern
  13. 13Eigenes Pflanzgut für das nächste Jahr auswählen
  14. 14Häufige Fehler beim Knoblauchanbau
  15. 15Unser Fazit: Knoblauch lohnt sich gerade für Selbstversorger
In diesem Artikel
  1. 01Der richtige Standort für Knoblauch
  2. 02Wann pflanzt man Knoblauch?
  3. 03Knoblauch aus Zehen pflanzen
  4. 04Pflege: Knoblauch möchte es eher unkompliziert
  5. 05Blütenstängel und Brutzwiebeln: Das ist keine normale Saat
  6. 06Knoblauch aus Brutzwiebeln ziehen
  7. 07Rundlinge waren auf dem Hof ziemlich beliebt
  8. 08Muss man die Blütenstängel abschneiden?
  9. 09Wann ist Knoblauch erntereif?
  10. 10Auch die Rundlinge können plötzlich verschwinden
  11. 11Knoblauch richtig trocknen
  12. 12Knoblauch richtig lagern
  13. 13Eigenes Pflanzgut für das nächste Jahr auswählen
  14. 14Häufige Fehler beim Knoblauchanbau
  15. 15Unser Fazit: Knoblauch lohnt sich gerade für Selbstversorger

Knoblauch gehört zu den Pflanzen, bei denen aus erstaunlich wenig ziemlich viel werden kann. Eine einzelne Zehe kommt in die Erde und einige Monate später ziehst du im besten Fall eine komplette Knolle heraus.

Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen wurde Knoblauch deshalb ganz selbstverständlich im Gemüsegarten angebaut. Spannend war dabei nicht nur der klassische Anbau aus einzelnen Zehen. Es wurde auch mit Brutzwiebeln experimentiert – kleinen Knoblauchansätzen, die sich oben am Blütenstand bilden können.

Daraus entstanden zunächst kleine runde Knollen ohne einzelne Zehen. Diese sogenannten Rundlinge waren besonders praktisch in der Küche, weil man im Grunde nur eine einzige große Zehe schälen musste. Wer sie wieder einpflanzt, kann daraus später normale mehrzehige Knoblauchknollen ziehen.

Der richtige Standort für Knoblauch

Knoblauch mag einen sonnigen Platz und einen Boden, in dem Wasser gut ablaufen kann. Dauerhafte Staunässe passt deutlich schlechter zu ihm als eine zeitweise etwas trockenere Phase.

Der Boden muss dabei nicht jedes Jahr maximal gedüngt werden. Wichtig ist eher, dass er locker, humos und insgesamt gut versorgt ist.

Auf dem Paradies am Lusen wurde unter anderem gut abgelagerter Mist verwendet. Der war ungefähr drei Jahre alt und längst zu einem dunklen, erdigen Material geworden. Frischen Mist würde ich dagegen nicht direkt unter die Knoblauchzehen packen.

Wenn du deinen Gemüsegarten ohnehin neu aufteilst, findest du in unserem Beitrag zum Gemüsegarten planen weitere Gedanken zu Sonne, Wegen und Beetaufteilung.

Wann pflanzt man Knoblauch?

Knoblauch kann je nach Sorte und Standort im Herbst oder im zeitigen Frühjahr gesteckt werden.

Die Herbstpflanzung hat einen großen Vorteil: Die Zehen können noch Wurzeln bilden und starten im Frühjahr früh durch. Gerade geeignete Wintersorten nutzen dadurch die Winter- und Frühjahrsfeuchte gut aus.

Frühjahrssorten kommen dagegen erst nach dem Winter in die Erde. Welche Variante besser ist, hängt von der Sorte und deinem Klima ab.

Eine pauschale Aussage wie „Knoblauch ist immer winterhart“ wäre deshalb zu einfach. Wenn du Pflanzgut kaufst, lohnt sich ein Blick darauf, ob es ausdrücklich für Herbst- oder Frühjahrspflanzung vorgesehen ist.

Knoblauch aus Zehen pflanzen

Die klassische Methode ist denkbar einfach: Eine Knoblauchknolle wird vorsichtig in einzelne Zehen geteilt und jede Zehe wird separat gepflanzt.

Als Pflanzgut würde ich kräftige, feste und gesunde Zehen verwenden. Weiche, beschädigte oder offensichtlich kranke Zehen bleiben draußen.

Supermarktknoblauch kann grundsätzlich austreiben. Trotzdem ist Pflanzknoblauch oft die verlässlichere Wahl, weil Sorte und Eignung für den Anbau besser bekannt sind.

So kommen die Zehen in die Erde

  1. Knolle erst kurz vor dem Pflanzen teilen. So trocknen die einzelnen Zehen nicht unnötig aus.
  2. Kräftige Zehen auswählen. Gesundes Pflanzgut ist die Grundlage für gesunde Pflanzen.
  3. Mit der Spitze nach oben stecken. Die flachere Wurzelseite zeigt nach unten.
  4. Vollständig mit Erde bedecken. Rund 5 Zentimeter Pflanztiefe sind eine brauchbare Orientierung. Je nach Boden und Sorte kann etwas tiefer gepflanzt werden.
  5. Genug Abstand lassen. Jede Pflanze braucht später Platz für ihre neue Knolle.

Die Zehe sollte also nicht halb aus dem Boden herausschauen. Sie sitzt vollständig in der Erde und treibt von dort aus nach oben.

Pflege: Knoblauch möchte es eher unkompliziert

Nach dem Pflanzen braucht Knoblauch keine tägliche Sonderbehandlung.

Wichtig ist vor allem, dass das Beet nicht komplett von Beikräutern überwuchert wird. Gerade im Frühjahr kann Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe den noch jungen Pflanzen unnötig das Leben schwer machen.

Beim Gießen gilt ebenfalls: nicht nach Kalender arbeiten, sondern nach Boden. In trockenen Perioden braucht Knoblauch Wasser, dauerhaft nasse Erde möchte er dagegen nicht.

Je näher die Ernte kommt und je stärker das Laub von selbst abreift, desto weniger sinnvoll ist ständiges kräftiges Gießen.

Blütenstängel und Brutzwiebeln: Das ist keine normale Saat

Bei manchen Knoblauchsorten wächst im Laufe der Saison ein kräftiger Blütenstängel nach oben. Besonders sogenannte Hardneck- beziehungsweise Schlangenknoblauch-Typen bilden solche Stängel.

Am Ende können sich kleine Brutzwiebeln entwickeln. Sie sehen ein bisschen wie winzige Knoblauchzehen aus, sitzen aber oberirdisch.

Wichtig ist die Unterscheidung: Brutzwiebeln sind keine normalen Samen. Sie dienen dem Knoblauch zur vegetativen Vermehrung.

Auf dem Paradies am Lusen wurden diese Brutzwiebeln bewusst gesammelt, getrocknet und später wieder gepflanzt.

Knoblauch aus Brutzwiebeln ziehen

Der Anbau aus Brutzwiebeln braucht mehr Geduld als der Anbau aus einer normalen Zehe.

Auf dem Hof wurden die kleinen Brutzwiebeln getrocknet und im späten Herbst – damals im November – in ein vorbereitetes Beet gesteckt.

Im darauffolgenden Juli kam dabei etwas Interessantes aus der Erde: keine klassische Knoblauchknolle mit vielen einzelnen Zehen, sondern kleine runde Knollen aus einem Stück.

Genau diese Form wird häufig als Rundling bezeichnet. Auf Englisch spricht man oft von einem garlic round oder einer single-clove bulb.

Brutzwiebel → Rundling → normale Knoblauchknolle

Das typische Prinzip lässt sich vereinfacht so darstellen:

  1. Brutzwiebel pflanzen.
  2. Im ersten Jahr entsteht häufig ein Rundling. Die Knolle besteht aus einem einzigen kompakten Teil.
  3. Rundling wieder pflanzen.
  4. In der nächsten Saison kann daraus eine größere, in Zehen unterteilte Knoblauchknolle entstehen.

Es dauert also länger, dafür kannst du aus wenigen Pflanzen sehr viel eigenes Pflanzgut gewinnen.

Rundlinge waren auf dem Hof ziemlich beliebt

Eigentlich waren die Rundlinge zunächst nur eine Zwischenstufe der Vermehrung. In der Küche hatten sie aber einen ziemlich offensichtlichen Vorteil.

Wer schon einmal eine komplette Knoblauchknolle mit zehn kleinen Zehen geschält hat, versteht ihn sofort: Ein Rundling ist im Grunde eine einzige große Zehe.

Einmal schälen, fertig.

Die größeren Exemplare wurden deshalb gerne direkt verwendet. Kleinere Rundlinge konnten wieder als Pflanzgut ins Beet wandern.

Muss man die Blütenstängel abschneiden?

Wenn du möglichst große Knoblauchknollen ernten möchtest, werden die Blütenstängel bei Hardneck-Sorten häufig entfernt, solange sie noch jung sind. Dadurch steckt die Pflanze weniger Energie in den Stängel und die Brutzwiebeln.

Die jungen Stängel – im Englischen garlic scapes – sind übrigens ebenfalls essbar.

Wenn du dagegen bewusst Brutzwiebeln für die Vermehrung gewinnen möchtest, musst du natürlich wenigstens einige Stängel ausreifen lassen. Genau hier musst du dich entscheiden: maximale Knollengröße oder neues Pflanzmaterial.

Wann ist Knoblauch erntereif?

Beim Erntezeitpunkt lohnt es sich, die Pflanzen und nicht nur den Kalender anzuschauen.

Wenn das Laub zunehmend gelb wird und einzuziehen beginnt, nähert sich die Ernte. Je nach Sorte und Pflanzzeit liegt das häufig im Sommer.

Zu früh geernteter Knoblauch ist noch nicht richtig ausgereift. Wartest du dagegen sehr lange, können sich die äußeren Hüllen zunehmend auflösen und die Knolle beginnt sich stärker zu öffnen.

Deshalb lieber regelmäßig kontrollieren, wenn das Laub sichtbar abbaut.

Die Knollen werden vorsichtig aus dem Boden gehoben. Nicht einfach mit Gewalt am Stängel ziehen – frisch geernteter Knoblauch lässt sich leichter beschädigen, als man denkt.

Auch die Rundlinge können plötzlich verschwinden

Bei den aus Brutzwiebeln gezogenen Rundlingen gab es auf dem Hof noch einen ganz praktischen Punkt: den richtigen Moment nicht verpassen.

Wenn das Laub einzieht, verschwinden die kleinen Pflanzen optisch ziemlich schnell. Wer dann noch Wochen wartet, findet seine Rundlinge zwischen Erde und anderen Pflanzen irgendwann nur noch mit Sucharbeit wieder.

Wenn das Beet anschließend für eine andere Kultur gebraucht wird, lohnt es sich deshalb, sie rechtzeitig herauszunehmen.

Grundsätzlich könnten viele davon auch im Boden bleiben und in der nächsten Saison wieder austreiben. Für eine kontrollierte Weitervermehrung ist Ernten, Sortieren und gezieltes Wiederpflanzen aber deutlich übersichtlicher.

Knoblauch richtig trocknen

Wenn Knoblauch länger gelagert werden soll, ist die Arbeit mit der Ernte noch nicht ganz vorbei.

Die Knollen müssen zunächst nachtrocknen beziehungsweise ausreifen. Dafür brauchen sie vor allem Luft.

Auf dem Hof wurden die Pflanzen gebündelt aufgehängt. Je nach Knoblauchtyp kannst du sie auch zu Zöpfen flechten oder locker auf einer luftigen Fläche auslegen.

Ideal ist ein trockener, gut belüfteter und vor direkter Sonne sowie Regen geschützter Platz.

Während dieser Zeit trocknen die äußeren Hüllen, die Wurzeln und der Stängel weiter ab. Erst danach ist der Knoblauch wirklich bereit für eine längere Lagerung.

Knoblauch richtig lagern

Für die Lagerung gilt vor allem: trocken, luftig und möglichst kühl.

Knoblauch gehört nicht feucht in eine geschlossene Plastiktüte. Dort fehlt Luft und Feuchtigkeit kann sich stauen.

Besser sind luftige Körbe, Netze, offene Kisten oder aufgehängte Bündel. Wichtig ist, regelmäßig einen Blick darauf zu werfen und weiche oder faulende Knollen auszusortieren.

Wie lange Knoblauch hält, hängt stark von Sorte, Reifegrad und Lagerbedingungen ab. Manche Sorten sind deutlich lagerfähiger als andere.

Eigenes Pflanzgut für das nächste Jahr auswählen

Das Schöne am Knoblauch ist, dass du dir mit der Zeit deinen eigenen Bestand aufbauen kannst.

Auf dem Paradies am Lusen wurden größere Knollen gegessen und kleinere Exemplare beziehungsweise Rundlinge teilweise wieder eingepflanzt.

Wenn du gezielt gutes Pflanzgut erhalten möchtest, würde ich allerdings nicht einfach nur das nehmen, was für die Küche übrig bleibt.

Such dir gesunde, feste und gut entwickelte Pflanzen aus, die an deinem Standort überzeugt haben. So selektierst du über die Jahre Pflanzmaterial, das zu deinem Garten passt.

Wenn dich dieses Prinzip generell interessiert, findest du ähnliche Gedanken in unserem Beitrag zum Saatgut gewinnen und lagern.

Häufige Fehler beim Knoblauchanbau

  • Kranke oder weiche Zehen pflanzen: Schlechter Start, schlechte Voraussetzungen.
  • Zehen falsch herum stecken: Die Spitze gehört nach oben.
  • Zu flach pflanzen: Die Zehen sollten vollständig mit Erde bedeckt sein.
  • Staunasser Standort: Knoblauch mag Feuchtigkeit, aber keine dauerhaft nassen Füße.
  • Zu spät ernten: Überreife Knollen können aufplatzen und schlechter lagerfähig sein.
  • Feucht einlagern: Erst ordentlich nachtrocknen lassen.
  • Brutzwiebeln mit Samen verwechseln: Sie sind vegetatives Pflanzmaterial und brauchen oft zwei Saisons bis zur großen Knolle.

Unser Fazit: Knoblauch lohnt sich gerade für Selbstversorger

Knoblauch braucht wenig Platz, lässt sich relativ unkompliziert anbauen und kann über Monate gelagert werden. Genau deshalb passt er ziemlich gut in einen Selbstversorgergarten.

Besonders spannend wird es, wenn du nicht jedes Jahr neues Pflanzmaterial kaufen möchtest. Aus eigenen Zehen kannst du den Bestand weiterführen, und mit etwas Geduld lassen sich sogar die Brutzwiebeln nutzen.

Der Weg von der winzigen Brutzwiebel über den Rundling bis zur großen Knoblauchknolle dauert zwar länger. Dafür versteht man danach ziemlich genau, wie diese Pflanze funktioniert.

Und die Rundlinge? Die würden wir allein wegen des einfachen Schälens jederzeit wieder anbauen.

Fachlich nachlesen: LWG: Knoblauch anbauen[1]

Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.

Quellen (1)
  1. LWG: Knoblauch anbauen
L
VonLisa Haidorf
Saatgut

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