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Notvorrat für 3 Tage: Wasser und Essen einfach planen
Wie viel Wasser brauchst du, was kommt auf den Teller und was ist schon da? So legst du einen Drei-Tage-Notvorrat an, der zu eurem Alltag passt.
Von Last Farm Redaktion7 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
Beim Thema Notvorrat landet man schnell bei langen Einkaufslisten, Wasserkanistern und Lebensmitteln, die man sonst nie essen würde. Dabei geht es für den Anfang um eine ziemlich normale Frage: Was essen und trinken wir, wenn wir drei Tage lang nicht einkaufen können? Dafür musst du nicht gleich den halben Supermarkt leer räumen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK, empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Es betont aber auch, dass bereits ein Vorrat für drei Tage hilft. Das ist ein überschaubarer Einstieg, auf dem du weiter aufbauen kannst. Nützlich ist so eine Reserve nicht erst bei einem größeren Stromausfall: Auch wenn du krank im Bett liegst oder ein Unwetter den Einkauf verhindert, ist etwas im Schrank ganz angenehm.
Erst in die Schränke schauen, dann einkaufen
Überlege zunächst, wer versorgt werden soll. Wie viele Menschen sind in diesen drei Tagen normalerweise bei euch? Gibt es Kinder, Unverträglichkeiten oder besondere Ernährungsgewohnheiten? Haustiere brauchen ebenfalls Futter und Wasser. Plane für euren tatsächlichen Alltag, nicht für einen Musterhaushalt aus einer Checkliste.
Danach öffnest du Küchenschränke, Schubladen und das Regal im Keller. Vielleicht sind schon Haferflocken, Knäckebrot, Nüsse, Gemüsekonserven und Wasserflaschen vorhanden. Schreib auf, was du findest und wie viel davon noch da ist. Eine angebrochene Packung zählt natürlich mit ihrer restlichen Menge, nicht als volle Packung. Bei den Lebensmitteln lohnt sich auch ein Blick auf die Haltbarkeit und die Lagerhinweise.
Du musst dafür kein Inventarsystem aufbauen. Ein Zettel reicht erst einmal. Etwas Unterstützung bietet unser Vorrats-Check. Wichtig ist nur, dass du am Ende weißt, was wirklich da ist. Sonst kaufst du die fünfte Packung Nudeln und hast immer noch nichts dazu.
Wie viel Wasser brauchst du für drei Tage?
Wasser gehört auf der Liste nach oben. Als einfache Planungsgröße kannst du zwei Liter pro Person und Tag ansetzen. Dahinter stehen beim BBK mindestens 1,5 Liter zum Trinken für einen Erwachsenen und zusätzlich 0,5 Liter für die Zubereitung von Essen. Für drei Tage ergibt das sechs Liter pro Person.
Für zwei Personen rechnest du: 2 × 3 Tage × 2 Liter = 12 Liter. Das sind zum Beispiel acht Flaschen mit jeweils 1,5 Litern. Stehen davon schon vier zu Hause, fehlen noch sechs Liter. Du kaufst also nicht den gesamten Zielvorrat neu.
Für zwei Personen ergeben drei Tage bei zwei Litern pro Tag insgesamt zwölf Liter. Zusätzlichen Bedarf rechnest du dazu.
Die zwei Liter sind keine Obergrenze für deinen Bedarf. Bei Hitze oder körperlicher Anstrengung kann mehr nötig sein. Auch Haustiere, größere Mengen Kochwasser und Wasser fürs Waschen oder die Toilettenspülung kommen zusätzlich dazu. Eine Reserve fürs Trinken ist noch keine vollständige Wasserversorgung für den Haushalt.
Für den Einstieg sind original verschlossene Wasserflaschen unkompliziert. Lagere sie möglichst dunkel und kühl und beachte die Angaben auf der Verpackung. Ein leerer Kanister zählt dagegen noch nicht als Wasservorrat, auch wenn er schon sehr nach Vorsorge aussieht. Wer Wasser selbst abfüllen möchte, muss geeignete lebensmittelechte Behälter verwenden und sich mit Reinigung und hygienischer Lagerung beschäftigen.
Plane Mahlzeiten, nicht einfach nur Konserven
Zwölf Dosen sagen wenig darüber aus, ob ihr drei Tage satt werdet. Schreib deshalb auf, was es morgens, mittags und abends geben könnte. Nimm Lebensmittel, die ihr mögt und vertragt. Wenn bei euch niemand Linseneintopf mag, wird der im Notfall vermutlich auch nicht zum Lieblingsessen. Spezielle Notfallnahrung brauchst du für diesen Einstieg nicht.
Das folgende Beispiel zeigt, wie sich einfache Mahlzeiten aus haltbaren Lebensmitteln zusammenstellen lassen. Wähle dafür Produkte, die ungeöffnet ohne Kühlung gelagert werden können und laut Verpackung verzehrfertig sind. Die Kombinationen sind Vorschläge, kein fertiger Ernährungsplan für jeden Haushalt.
Tag
Frühstück
Mittagessen
Abendessen
1
Müsli mit H-Milch oder haltbarem Pflanzendrink
Kichererbsen und Gemüse aus der Konserve als Salat, dazu Knäckebrot
Haltbares Brot mit Aufstrich, dazu Obst aus dem Glas
2
Knäckebrot mit Nussmus und Trockenfrüchten
Verzehrfertiger Eintopf, der auch kalt gegessen werden kann, dazu Brot
Salat aus weißen Bohnen und Mais mit etwas Öl und Essig, dazu Knäckebrot
3
Haferflocken mit H-Milch oder haltbarem Pflanzendrink und Nüssen
Haltbares Brot mit Aufstrich und Gemüse aus dem Glas
Verzehrfertiger Hülsenfrüchtesalat mit Knäckebrot, anschließend Obstkompott
Rechne anschließend für jede Mahlzeit eure üblichen Portionen aus. Frühstücken zwei Personen an zwei Tagen Müsli oder Haferflocken, brauchst du vier Frühstücksportionen und die passende Menge Milch oder Pflanzendrink. Plane auch Zwischenmahlzeiten ein, wenn ihr sie normalerweise braucht. Nüsse und Trockenfrüchte können den Vorrat ergänzen.
Aus dem Plan entsteht die Einkaufsliste: benötigte Menge minus vorhandene Menge gleich fehlende Menge. Kontrolliere dabei auch die kleinen Zutaten wie Öl, Gewürze oder Aufstrich. Für eine zusätzliche Mengenorientierung kannst du unseren Vorratsrechner nutzen.
Was funktioniert, wenn Herd und Kühlschrank ausfallen?
Nudeln, Reis und getrocknete Hülsenfrüchte sind gute Vorräte für den Alltag. Ohne Kochmöglichkeit bekommst du daraus aber nicht einfach eine Mahlzeit. Für einen Plan, der auch bei Stromausfall funktionieren soll, brauchst du deshalb ausreichend kalt essbare Lebensmittel oder eine sichere alternative Kochmöglichkeit. In unserem Beispiel lassen sich die Mahlzeiten mit entsprechend ausgewählten Produkten ohne Herd zusammenstellen.
Der Inhalt des Gefrierschranks zählt zum normalen Haushaltsvorrat. Verlass dich für einen längeren Stromausfall aber nicht allein darauf, denn die Kühlung ist dann nicht dauerhaft gesichert. Dasselbe gilt für geöffnete Packungen: H-Milch und viele Aufstriche müssen nach dem Öffnen gekühlt werden. Wähle möglichst Packungsgrößen, die ihr bei einer Mahlzeit verbrauchen könnt, und beachte die Lagerhinweise. Die halbe Großpackung für morgen aufzuheben, klappt ohne Kühlschrank eben nicht immer.
Gas- und Holzkohlegrills niemals in der Wohnung benutzen. Sie gehören nach draußen. Besonders beim Verbrennen von Holzkohle kann sich lebensgefährliches Kohlenmonoxid ansammeln; ein geöffnetes Fenster schützt nicht zuverlässig. Auch Campingkocher dürfen nur dort eingesetzt werden, wo es laut Hersteller ausdrücklich zulässig ist. Für draußen vorgesehene Geräte bleiben draußen.
Und dann wäre da noch der Dosenöffner. Für Konserven ohne Aufreißdeckel brauchst du einen funktionierenden manuellen Öffner. Probier eine geplante Mahlzeit ruhig im normalen Alltag aus: Reicht die Menge, fehlen Zutaten, braucht ihr doch heißes Wasser oder bleiben kühlpflichtige Reste? Das lässt sich am Küchentisch leichter klären als während eines Ausfalls. Mehr zur weiteren Vorbereitung findest du unter Stromausfall in der Wohnung.
So bleibt der Vorrat bezahlbar und wird auch gegessen
Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Nimm beim normalen Einkauf ein oder zwei passende Produkte zusätzlich mit, bis die Lücken geschlossen sind. Ein Sonderangebot lohnt sich dabei nur, wenn ihr die Menge tatsächlich verbraucht, genug Platz habt und die Lagerbedingungen passen. Lass dich also nicht von einer günstigen Großpackung zu einem Einkauf überreden, den du eigentlich gar nicht brauchst.
Für einen kleinen Vorrat brauchst du keinen eigenen Kellerraum. Ein Küchenfach und ein geeignetes Regal können reichen. Lagere Lebensmittel nach ihren Verpackungsangaben, meist trocken und vor Wärme und Sonne geschützt. Sind Wasser und Essen auf mehrere Plätze verteilt, notiere die Lagerorte. Sonst vergisst man leicht, was hinter der anderen Kiste steht.
Am einfachsten bleibt der Vorrat brauchbar, wenn du daraus ganz normal kochst und isst. Produkte mit kürzerer verbleibender Haltbarkeit kommen nach vorne, neuer Nachschub dahinter. Was verbraucht wird, kaufst du wieder nach. Dieses Prinzip heißt Vorratsrotation. Der Vorrat soll schließlich kein Museum im Keller werden. Wer Mengen und Lagerorte lieber digital festhält, kann dafür Mein Vorrat verwenden.
Mit drei Tagen anfangen und dann weiterplanen
Mit Essen und Wasser ist ein wichtiger Teil geschafft, aber die gesamte Notfallvorsorge noch nicht erledigt. Denk auch an regelmäßig benötigte Medikamente, Hygieneartikel, Tierbedarf sowie Licht und Kommunikation. Die Versorgung mit persönlichen Medikamenten klärst du bei Bedarf mit deiner Arztpraxis oder Apotheke.
Wenn die ersten drei Tage abgedeckt sind, kannst du den Vorrat schrittweise in Richtung der empfohlenen zehn Tage erweitern. Prüfe dabei nicht nur die zusätzlichen Lebensmittelmengen, sondern auch Wasser, Platz, Abwechslung und Kochmöglichkeiten. Für den Anfang darf das Ganze aber ruhig unspektakulär aussehen: ein überschaubarer Vorrat, den ihr kennt, essen mögt und tatsächlich nutzen könnt.
Quellen zu Mengen, Lagerung und Sicherheit: BBK: Essen und Trinken bevorraten[1] · BZfE: Private Ernährungsvorsorge[2] · BfR: Gefahr durch Holzkohlegrills in Innenräumen[3]
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