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Stromausfall in der Wohnung: Was tun? Tipps und Checkliste
Licht, Handy, Essen und Wärme: So bereitest du deine Wohnung auf einen Stromausfall vor. Mit einfachen Beispielen, Sicherheitshinweisen und einer kurzen Checkliste.
Von Last Farm Redaktion8 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
Du drückst auf den Lichtschalter, aber es bleibt dunkel. Der Kühlschrank ist plötzlich still, das WLAN verschwunden und der Elektroherd macht auch Feierabend. Erst in solchen Momenten fällt auf, wie viele ganz normale Dinge an der Steckdose hängen.
Für die Vorbereitung musst du trotzdem nicht sofort eine große Batterie kaufen. Geh lieber einmal durch deine Wohnung und überlege, wie du Licht machst, Informationen bekommst und etwas zu essen auf den Tisch bringst. Ein kurzer Ausfall ist noch kein tagelanger Blackout. Ein paar durchdachte Vorbereitungen helfen aber in beiden Fällen.
Stromausfall: Was du zuerst tun solltest
Hol dir eine Lampe und verschaffe dir einen Überblick: Ist nur deine Wohnung betroffen oder auch die Nachbarschaft? Wenn nebenan noch alles funktioniert, kann die Ursache in deiner Wohnung oder im Haus liegen. Schau, ob im Sicherungskasten ein Schalter ausgelöst hat, aber öffne keine Abdeckungen und versuche keine Reparaturen. Bei unklarer Ursache oder wiederholt auslösenden Sicherungen ist die Hausverwaltung beziehungsweise ein Elektrofachbetrieb gefragt.
Schalte elektrische Wärmegeräte wie Herd, Bügeleisen und Heizlüfter aus. Sonst können sie unbemerkt wieder anlaufen, sobald der Strom zurückkommt. Nicht benötigte Elektrogeräte kannst du ausstecken. Eine eingeschaltete Zimmerlampe hilft dir später zu erkennen, dass die Versorgung wieder da ist.
Bei einer Störung im öffentlichen Stromnetz ist der örtliche Netzbetreiber zuständig, nicht automatisch der Anbieter auf deinem Stromvertrag. Seine Störungsseite oder Störungsnummer hilft weiter, sofern Internet und Telefon funktionieren. Die Notrufnummern sind dagegen nicht für die Frage gedacht, wann das Licht wieder angeht. Bei Feuer oder einer anderen akuten Gefahr brauchst du natürlich sofort Hilfe.
Licht, Handy und Nachrichten: die einfache Grundausstattung
„Wir haben irgendwo eine Taschenlampe“ ist ein Anfang. Besser ist eine funktionierende Lampe an einem festen Platz, den alle im Haushalt kennen. Eine LED-Laterne eignet sich zum Hinstellen, eine Stirnlampe lässt beide Hände frei. Was du davon verwendest, ist weniger wichtig als ein geladener Akku oder passende Batterien. Schalte die Lampe beim Vorbereiten wirklich einmal ein.
Ein fester Platz und ein kurzer Funktionstest ersparen die Suche im Dunkeln.
Für die Grundbeleuchtung würde ich LED-Lampen den Kerzen vorziehen. Sie kommen ohne offene Flamme aus. Kerzen nur standsicher, mit Abstand zu brennbaren Dingen und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufstellen. Lass sie niemals unbeaufsichtigt brennen, auch nicht kurz beim Gang in den Keller.
Mit einem geladenen Smartphone kannst du zunächst Nachrichten abrufen und Kontakte erreichen. Verlass dich aber nicht ausschließlich darauf: Ohne eigene Ersatzstromversorgung fällt der heimische Router aus; bei größeren Ausfällen können auch Mobilfunk und Internet gestört sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK, empfiehlt deshalb ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio. Gemeint ist ein Rundfunkempfänger, kein Internetradio. Teste vorher, ob du damit einen Sender empfängst.
Notiere wichtige Telefonnummern zusätzlich auf Papier, etwa Angehörige, Hausverwaltung und Netzbetreiber. Eine kleine Bargeldreserve ist ebenfalls sinnvoll, weil Geldautomaten und Kartenzahlung ausfallen können. Am Handy kannst du den Energiesparmodus einschalten und unnötige Bildschirmzeit vermeiden. Es muss schließlich nicht den ganzen Abend die Taschenlampe ersetzen.
Essen, Trinkwasser und Kühlung mitdenken
Ein voller Vorratsschrank hilft nur bedingt, wenn alles darin erst gekocht werden muss. Plane deshalb auch Mahlzeiten, die ohne Elektroherd funktionieren: beispielsweise Knäckebrot mit haltbarem Aufstrich, einen Salat aus verzehrfertigen Bohnen und Gemüsekonserven oder Müsli mit haltbarer Milch. Beachte die Verpackungsangaben. Ungeöffnet haltbar heißt nicht, dass Reste anschließend ohne Kühlung aufgehoben werden können.
Für Dosen ohne Aufreißdeckel gehört ein manueller Öffner dazu. Probier eine solche Mahlzeit ruhig vorher aus. Dann merkst du, ob die Portion reicht und welche Zutaten noch fehlen. Für einen brauchbaren Vorrat musst du nicht plötzlich Dinge mögen, die du sonst nie essen würdest.
Trinkwasser gehört ebenfalls zur Vorbereitung. Je nach Gebäude und Versorgung können bei einem Stromausfall auch Pumpen und damit die Wasserversorgung betroffen sein. Als Grundmenge nennt das BBK für Erwachsene mindestens 1,5 Liter zum Trinken und zusätzlich 0,5 Liter für die Essenszubereitung pro Tag. Für zwei Erwachsene und drei Tage sind das zwölf Liter. Bei Hitze oder höherem persönlichem Bedarf planst du mehr; Wasser für Haustiere und Hygiene kommt zusätzlich dazu. Beim Einstieg hilft unser Drei-Tage-Notvorrat.
Kühlschrank und Gefrierschrank lässt du möglichst geschlossen. Jedes Nachschauen bringt warme Luft hinein. Wie lange die Lebensmittel ausreichend kalt bleiben, hängt vom Gerät, der Temperatur, dem Inhalt und der Dauer des Ausfalls ab. Ein gut gefüllter, geschlossener Gefrierschrank kann die Kälte über viele Stunden halten. Daraus lässt sich aber keine feste Haltbarkeit für deinen Kühlschrank ableiten.
Ein Kühlschrankthermometer hilft beim Einschätzen, ersetzt jedoch nicht den Blick auf die Lagerhinweise und die Dauer ohne ausreichende Kühlung. Bei empfindlichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch oder gekühlten Fertiggerichten würde ich im Zweifel kein Risiko eingehen. Aufgetautes lässt sich ebenfalls nicht pauschal wieder einfrieren; dafür sind Lebensmittelart und Temperaturverlauf entscheidend. Die Hinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung, kurz BfR, sind am Artikelende verlinkt.
Warm bleiben und sicher kochen
Auch eine Gas- oder Ölheizung kann bei Stromausfall stillstehen, weil Pumpen und Steuerung Strom benötigen. Für eine begrenzte Zeit helfen warme Kleidung, mehrere Schichten und Decken. Nutzt möglichst einen gemeinsamen Aufenthaltsraum und schließt die Türen zu weniger genutzten Zimmern. Regelmäßiges Lüften bleibt trotzdem nötig.
Für eine warme Mahlzeit kann ein geeigneter Campingkocher infrage kommen. Ob und wo du ihn betreiben darfst, steht in der Anleitung des konkreten Geräts. Ein für draußen vorgesehener Kocher bleibt draußen. Ein geöffnetes Fenster ist keine Freigabe für den Betrieb in der Küche. Solange die sichere Nutzung nicht geklärt ist, bleibt es beim kalten Essen.
Holzkohle- und Gasgrills sowie benzin- oder dieselbetriebene Stromgeneratoren gehören niemals in Wohnräume, Keller oder Garagen. Es besteht Lebensgefahr durch Abgase, insbesondere Kohlenmonoxid. Bei Holzkohle entsteht es auch dann noch, wenn nur Glut übrig ist. Offene Fenster oder ein geöffnetes Garagentor machen den Betrieb nicht sicher.
Hol also auch einen vermeintlich ausgeglühten Grill nicht zum Wärmen herein. Und behandle einen Heizpilz oder andere Outdoor-Geräte nicht als improvisierte Zimmerheizung. Eine zusätzliche Heizquelle muss für den vorgesehenen Ort geeignet und, soweit erforderlich, fachgerecht installiert sein. Das klärst du vorher mit Fachleuten, nicht erst im kalten Wohnzimmer.
Reicht eine Powerbank oder brauchst du eine Powerstation?
Eine Powerbank ist ein kleiner Zusatzakku, mit dem du beispielsweise dein Handy nachladen kannst. Für Handy, eine sparsame Lampe und ein separat betriebenes Radio brauchst du nicht automatisch eine große Powerstation. Prüfe zunächst, was vorhanden ist, ob die Kabel passen und ob die Akkus geladen sind. Die Powerbank mit drei Prozent Ladung ist leider auch nur eine weitere leere Batterie.
Eine Powerstation ist ein größerer tragbarer Batteriespeicher, häufig mit USB-Anschlüssen und Steckdosen. Ob sie sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Geräte wie lange laufen sollen. Zwei Angaben solltest du auseinanderhalten: Watt (W) beschreibt die Leistung, Wattstunden (Wh) die Energiemenge. Bei gleichbleibender Leistung rechnest du Watt mal Betriebsstunden.
Frei gewähltes Beispiel
Rechnung
Energiebedarf
LED-Lampe für vier Stunden
5 W × 4 Stunden
20 Wh
Radio für zwei Stunden
3 W × 2 Stunden
6 Wh
Beide zusammen
Ohne weitere Geräte und Verluste
26 Wh
Die Werte sind Rechenbeispiele, keine Angaben zu deinen Geräten. In der Praxis kommen Umwandlungsverluste und der Eigenverbrauch des Speichers dazu. Außerdem müssen Ausgangsleistung, Anschlüsse und mögliche Einschaltspitzen passen. Ein Speicher mit vielen Wattstunden kann trotzdem zu wenig Leistung für ein bestimmtes Gerät liefern.
Geräte zum Heizen und Kochen beanspruchen einen Batteriespeicher besonders stark. Berechne deshalb erst den Bedarf, bevor du Geld ausgibst. Unser Stromausfall-Rechner hilft bei der Planung; die Einheit erklären wir unter Wattstunde. Eine solche Rechnung ersetzt keine Prüfung, ob Geräte und Stromversorgung technisch zusammenpassen. Speise außerdem niemals mit improvisierten Kabeln in eine Wandsteckdose ein. Eine Ersatzversorgung der Wohnungsinstallation gehört in die Hände eines Elektrofachbetriebs.
Was in deiner Wohnung sonst noch vom Strom abhängt
Geh einmal vom Wohnungseingang bis zum Balkon durch: Funktionieren Türöffner, Garagentor oder Rollläden elektrisch? Gibt es vorgesehene Möglichkeiten zur manuellen Bedienung? Die Hausverwaltung oder die Geräteunterlagen können das klären. Du musst nichts selbst umbauen. Es hilft schon, die vorgesehenen Handgriffe zu kennen.
Denke auch an den Aufzug, besonders wenn jemand auf ihn angewiesen ist. Besprich Unterstützung frühzeitig, statt während des Ausfalls erstmals über den Weg aus dem fünften Stock nachzudenken. Je nach Tierhaltung brauchen außerdem Aquariumfilter, Wärmelampen oder andere Geräte einen eigenen Plan.
Medizinisch notwendige Geräte haben Vorrang vor den übrigen Punkten. Ist jemand auf elektrische Versorgung oder kühlpflichtige Medikamente angewiesen, kläre die Ausfallvorsorge mit der behandelnden Praxis, Apotheke, dem Pflegedienst oder Geräteversorger. Dazu gehört auch, wann und wo Unterstützung nötig wird. Eine beliebige Powerstation ist dafür nicht automatisch geeignet.
Deine kurze Stromausfall-Checkliste
Mit dieser Liste kannst du einmal durch die Wohnung gehen. Hake nur ab, was vorhanden, auffindbar und ausprobiert ist:
□ Lampe funktioniert; passende Batterien oder geladene Akkus liegen bereit.
□ Radio empfängt Sender und funktioniert ohne Steckdose oder Internet.
□ Powerbank ist geladen; die nötigen Ladekabel passen.
□ Wichtige Kontakte stehen auf Papier; etwas Bargeld ist vorhanden.
□ Trinkwasser und passende Lebensmittel reichen für den geplanten Zeitraum und alle Haushaltsmitglieder.
□ Mahlzeiten ohne Herd sind möglich; ein manueller Dosenöffner ist vorhanden.
□ Warme Kleidung und Decken sind erreichbar; gefährliche Koch- und Heizexperimente sind ausgeschlossen.
□ Besonderheiten bei Gebäudetechnik, medizinischer Versorgung und Haustieren sind geklärt.
Du musst dafür keine große Blackout-Probe veranstalten. Findet jeder die Lampe, läuft das Radio und klappt eine Mahlzeit ohne Herd, ist schon einiges geprüft. Falls dabei etwas fehlt, umso besser: Jetzt kannst du es in Ruhe ergänzen. Die Vorbereitung soll den Alltag im Ausfall erleichtern, nicht vorher schon zum Vollzeitprojekt werden.
Quellen und weiterführende Hinweise: BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall[1] · BBK: Essen und Trinken bevorraten[2] · BfR: Lebensmittel richtig kühlen[3] · BfR: Grillen und Kohlenmonoxid[4] · Vattenfall: Erste Schritte bei Stromausfall[5]
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