Nach Regen liegen manchmal Würmer auf Pflaster oder Asphalt. Feuchtigkeit ermöglicht ihnen, sich an der Oberfläche zu bewegen, ohne so schnell auszutrocknen. Warum sie herauskommen, lässt sich allerdings nicht für jede Art und Situation mit einer einzigen Erklärung beantworten. Problematisch wird es vor allem, wenn die Fläche anschließend trocknet oder sich stark erwärmt.
Findest du dort einen Wurm, kannst du ihn vorsichtig auf feuchten, geschützten Boden direkt daneben setzen. Leg ihn nicht einfach von der warmen Straße auf die nächste sonnige Steinplatte. Dasselbe gilt beim Gärtnern: Einen freigelegten Wurm, der in voller Sonne liegt, kannst du wieder mit etwas lockerer Erde bedecken. Ein großes Rettungsprogramm braucht es dafür nicht.
Und weil sich das Gerücht hartnäckig hält: Aus einem durchgeschnittenen Regenwurm werden nicht zwei. Manche Verletzungen können überlebt werden, andere enden tödlich. Der abgetrennte hintere Teil wird nicht einfach zu einem zweiten vollständigen Tier. Beim Hacken und Graben lohnt sich deshalb etwas Aufmerksamkeit.
Die Vermehrung läuft anders: Regenwürmer sind Zwitter, besitzen also männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Normalerweise paaren sich trotzdem zwei Tiere und tauschen Samenzellen aus. Später entwickeln sich die Jungtiere in Kokons. Wie schnell das geht, hängt von der Art und den Bedingungen ab – nicht davon, wie oft der Spaten zum Einsatz kommt.
Du darfst dich über Regenwürmer freuen, ohne sie zählen oder jeden einzelnen bestimmen zu müssen. Ein bisschen Laub unter den Sträuchern und ein nicht blitzblank aufgeräumtes Beet können im Garten durchaus ihren Platz haben. Wer solche Zusammenhänge weiterdenken möchte, findet im Beitrag über Permakultur im Garten weitere Anregungen. Für heute darf der Spaten vielleicht einfach im Schuppen bleiben.
Fachlich nachlesen: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Lebensweise und Leistungen der Regenwürmer[1] · LfL: Lebensformen und Förderung[2] · Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Mulchen im Garten · NABU: Regenwürmer, Fortpflanzung und der Teilungsmythos
Nach einem Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.
Kommentare 0
Teile deine Gedanken und Erfahrungen zum Artikel.
Noch keine Kommentare. Mach den Anfang!