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  3. Marienkäfer im Garten: erkennen, schützen und fördern
MarienkäferMarienkäferlarvenNützlinge im GartenBlattläuseNaturgartenParadies am Lusen

Marienkäfer im Garten: erkennen, schützen und fördern

Viele Marienkäfer und ihre Larven helfen gegen Blattläuse. So erkennst du sie, förderst sie im Garten und ordnest den Asiatischen Marienkäfer richtig ein.

Von Lisa Haidorf07.07.2023Aktualisiert: 08.10.20267 Min. Lesezeit
Marienkäfer auf einem Grashalm als nützlicher Blattlausjäger im Garten
In diesem Artikel
  1. 01Warum Marienkäfer im Garten so wertvoll sind
  2. 02Marienkäfer und ihre Larven erkennen
  3. 03Der Asiatische Marienkäfer: nützlich, aber nicht unproblematisch
  4. 04So förderst du Marienkäfer in deinem Garten
  5. 05Marienkäfer im Herbst und im Haus: Was tun?
In diesem Artikel
  1. 01Warum Marienkäfer im Garten so wertvoll sind
  2. 02Marienkäfer und ihre Larven erkennen
  3. 03Der Asiatische Marienkäfer: nützlich, aber nicht unproblematisch
  4. 04So förderst du Marienkäfer in deinem Garten
  5. 05Marienkäfer im Herbst und im Haus: Was tun?

Ein Marienkäfer krabbelt über die Hand, breitet seine Flügel aus und ist im nächsten Moment verschwunden. Solche kleinen Begegnungen gehören zum Garten einfach dazu. Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen waren die Käfer zwischen Gemüse, Stauden und Obststräuchern gern gesehene Gäste – vor allem dort, wo Blattläuse an den Pflanzen saßen.

Mindestens genauso willkommen sind ihre Larven. Die sehen allerdings ganz anders aus als die runden Käfer und werden deshalb manchmal für Schädlinge gehalten. Wer Marienkäfer im Garten unterstützen möchte, sollte sie also zuerst erkennen können. Danach ist oft weniger zu tun, als man denkt.

Warum Marienkäfer im Garten so wertvoll sind

Viele Marienkäferarten fressen Blattläuse und andere kleine Pflanzensauger. Beim bekannten Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) stehen Blattläuse sowohl bei den erwachsenen Käfern als auch bei den Larven auf dem Speiseplan. Deshalb findest du sie häufig an befallenen Rosen, jungen Bohnen oder den frischen Trieben von Obstgehölzen. Sie sitzen dort normalerweise nicht, weil sie deine Pflanzen anfressen, sondern weil es Beute gibt.

Wie viele Blattläuse ein Marienkäfer frisst, hängt unter anderem von der Art, seinem Entwicklungsstadium, der Temperatur und dem Nahrungsangebot ab. Für deinen Garten ist eine Rekordzahl aber weniger wichtig als die Frage, ob bereits natürliche Gegenspieler unterwegs sind. Neben Marienkäfern helfen beispielsweise auch Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven und Schlupfwespen dabei, Blattlausbestände zu begrenzen.

Ein paar Blattläuse sind deshalb noch kein Grund, sofort zu spritzen. Schau zuerst an die Triebspitzen und unter die Blätter: Sind dort schon Larven unterwegs? Bei überschaubarem Befall lohnt sich häufig etwas Beobachtung. Wird eine junge oder empfindliche Pflanze dagegen stark geschwächt, kannst du Blattläuse gezielt abstreifen oder mit Wasser abspülen. Achte dabei auf vorhandene Nützlinge. Breit wirkende Insektizide können auch die Tiere treffen, die dir gerade helfen.

Viele Ameisen an einer Pflanze sind übrigens ein guter Anlass, genauer hinzusehen. Sie interessieren sich für den süßen Honigtau der Blattläuse. Manche verteidigen die Kolonien sogar gegen Fressfeinde – auch gegen Marienkäferlarven.

Marienkäfer und ihre Larven erkennen

Beim Wort Marienkäfer denken die meisten an einen roten Käfer mit sieben schwarzen Punkten. Die Familie ist aber deutlich vielfältiger: Es gibt gelbe, orangefarbene und schwarze Arten sowie Tiere mit vielen, wenigen oder kaum erkennbaren Flecken. Die Punkte verraten nicht das Alter. Ihre Zahl und Anordnung gehören zur Art beziehungsweise zur jeweiligen Zeichnungsform. Ein Siebenpunkt ist also nicht sieben Jahre alt.

Auch die Ernährung unterscheidet sich. Während Siebenpunkt und Zweipunkt bekannte Blattlausjäger sind, ernährt sich der gelbe 22-Punkt-Marienkäfer von Mehltaupilzen. Andere Arten fressen beispielsweise Milben; wenige Vertreter leben von Pflanzen. Ein ungewöhnlich gefärbter Marienkäfer ist deshalb nicht automatisch ein Schädling, aber eben auch nicht automatisch ein Blattlausjäger.

Besonders wichtig ist der Blick auf die Larven. Die Larve des Siebenpunkts ist länglich, blaugrau bis dunkel gefärbt und gelblich-orange gezeichnet. Sie hat sechs Beine und wirkt mit ihrer strukturierten Oberfläche beinahe wie ein winziges gepanzertes Tier. Mit dem späteren runden Käfer hat sie auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Findest du so ein Tier zwischen Blattläusen, solltest du es nicht vorschnell absammeln.

Ein Marienkäfer durchläuft vier Entwicklungsstadien. Je nachdem, wann du eine Pflanze anschaust, kannst du deshalb sehr unterschiedliche Formen entdecken:

EntwicklungsstadiumWoran du es erkennen kannst
EiKleine, längliche, meist gelbliche bis orange Eier in Gruppen, häufig auf Blattunterseiten oder nahe einer Blattlauskolonie.
LarveBei häufigen Blattlausjägern länglich, dunkel und auffällig gezeichnet. Sie bewegt sich auf der Pflanze, frisst und häutet sich während des Wachstums mehrmals.
PuppeEin unbewegliches Gebilde, das an einem Blatt oder einem anderen Pflanzenteil befestigt ist. Hier findet die Verwandlung zum Käfer statt.
KäferNach dem Schlupf noch nicht vollständig ausgefärbt. Die Flügeldecken härten aus und nehmen nach und nach ihre endgültige Färbung an.

Die Merkmale sind eine Orientierung, keine sichere Bestimmung jeder Art. Nicht jedes gelbe Eigelege stammt von einem Marienkäfer und nicht jede dunkle Larve gehört dazu. Im Zweifel helfen ein gutes Foto und ein Bestimmungsschlüssel. Besonders bei Puppen lohnt sich Zurückhaltung: Dass sich etwas nicht bewegt, heißt nicht, dass es entfernt werden muss.

L
VonLisa Haidorf

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Der Asiatische Marienkäfer: nützlich, aber nicht unproblematisch

Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) stammt ursprünglich aus Asien und wurde außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Inzwischen hat er sich auch in Europa stark ausgebreitet. Auf einer befallenen Pflanze macht er zunächst das, was wir an Marienkäfern schätzen: Er frisst Blattläuse.

Kritisch ist seine Rolle im größeren Zusammenhang. Die Art ist sehr konkurrenzstark und frisst neben Blattläusen auch andere weichhäutige Insekten sowie Eier und Larven. Dazu können Entwicklungsstadien heimischer Marienkäfer gehören. Sie konkurriert also nicht nur um Nahrung, sondern kann andere Nützlinge auch selbst fressen. Ein einzelnes Tier auf deinen Bohnen ist trotzdem kein Anlass, die Pflanze zu behandeln oder den Käfer zu töten.

Erkennen lässt sich die Art nicht zuverlässig allein an der Farbe. Manche Tiere sind orange oder rot mit vielen schwarzen Flecken, andere fast schwarz mit roten Bereichen. Häufig besitzt der helle Halsschild direkt hinter dem Kopf eine schwarze Zeichnung, die wie ein M oder W aussieht. Beim Siebenpunkt ist der Halsschild dagegen überwiegend schwarz mit hellen Bereichen. Für die Bestimmung solltest du mehrere Merkmale zusammen betrachten.

Auch die älteren Larven des Asiatischen Marienkäfers fallen durch orangefarbene Bereiche an den Seiten auf. Für eine sichere Unterscheidung von anderen Larven reicht die grobe Beschreibung „dunkel mit Orange“ allerdings nicht aus.

So förderst du Marienkäfer in deinem Garten

Marienkäfer brauchen Nahrung und geschützte Plätze. Ein Garten, in dem jedes Blatt entfernt, jede Staude im Herbst abgeschnitten und jede Blattlaus sofort bekämpft wird, bietet ihnen davon wenig. Du musst deshalb nicht alles verwildern lassen. Schon einige bewusst belassene Bereiche können den Garten als Lebensraum vielfältiger machen.

Für den Anfang sind diese Maßnahmen sinnvoll:

  • Vielfältig pflanzen: Heimische Pflanzen, Hecken und Sträucher schaffen unterschiedliche Lebensräume. Blüten über einen längeren Zeitraum bieten zusätzliche Nahrung, denn manche Marienkäfer nutzen auch Pollen und Nektar.
  • Winterquartiere erhalten: Lass in geeigneten Ecken Laub und trockenes Pflanzenmaterial liegen und schneide nicht alle Stauden im Herbst zurück.
  • Natürliche Verstecke zulassen: Rindenspalten, Mauerritzen und andere geschützte Strukturen können als Unterschlupf dienen.
  • Gezielt statt flächig eingreifen: Prüfe bei einem Befall zuerst, wo wirklich Handlungsbedarf besteht, und schone vorhandene Nützlinge.

Auf dem Paradies am Lusen wurde eine Benjeshecke ursprünglich vor allem als Windschutz und zur sinnvollen Verwendung von Schnittgut angelegt. Solche Strukturen bringen zugleich viele kleine Spalten und geschützte Bereiche in den Garten. Sie sind keine spezielle Marienkäfer-Zuchtstation, aber ein gutes Beispiel dafür, dass praktische Gartengestaltung und Lebensraumvielfalt zusammenpassen können.

Ein gekauftes Marienkäferhaus ist dafür kein Muss. Ein Insektenhotel ersetzt weder Nahrung noch natürliche Verstecke. Ähnlich würde ich das Kaufen und Aussetzen von Marienkäfern einordnen: Ein gezielter Einsatz gekaufter Nützlinge kann unter kontrollierten Bedingungen sinnvoll sein. Im offenen Hausgarten würde ich zunächst die vorhandenen Tiere fördern. Gekaufte Tiere bleiben nicht zwangsläufig dauerhaft dort, wo du sie brauchst; gebietsfremde Arten wie der Asiatische Marienkäfer sollten nicht zusätzlich freigesetzt werden.

Marienkäfer im Herbst und im Haus: Was tun?

Wenn es kälter wird, suchen Marienkäfer geschützte Überwinterungsplätze. Manche finden sie unter Rinde, im Laub oder zwischen trockenem Pflanzenmaterial, andere an Gebäuden. Besonders der Asiatische Marienkäfer sammelt sich dabei gelegentlich in größeren Gruppen an Hauswänden, Fensterrahmen und Spalten. Die Tiere suchen ein Winterquartier, nicht deine Lebensmittel oder Möbel.

Einzelne Käfer im Wohnraum kannst du vorsichtig aufnehmen und an einen geeigneten, kühlen und geschützten Ort setzen. Das kann beispielsweise ein Schuppen oder eine frostgeschützte Garage mit Ausflugsmöglichkeit sein. Ein beheiztes Wohnzimmer ist für die Überwinterung weniger geeignet, weil die Wärme ihre Winterruhe stören kann.

Geh beim Umsetzen behutsam vor. Fühlt sich ein Marienkäfer bedroht, kann er aus seinen Beingelenken gelbliche Hämolymphe abgeben. Diese Körperflüssigkeit ist kein „Käferurin“, sondern Teil seiner Abwehr: Sie enthält bitter schmeckende, abschreckende Stoffe. Die Reaktion wird Reflexbluten genannt.

Für den Garten bleibt die wichtigste Regel: erst anschauen, dann handeln. Wer Larven erkennt und ein paar natürliche Verstecke stehen lässt, hilft oft schon mehr als mit einem zusätzlichen Produkt. Und wer genauer hinsieht, entdeckt neben den Käfern noch viele andere Gartenbewohner – zum Beispiel die Regenwürmer, die unter unseren Füßen den Boden beleben.

Fachlich nachlesen: NABU: Siebenpunkt-Marienkäfer · NABU: Asiatischer Marienkäfer · Bundesamt für Naturschutz: Gebietsfremde Arten

Ein Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet.

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