Was bedeutet zivile Vorsorge bei Krieg?
Es geht um die Vorbereitung auf kriegsbedingte Gefahren für Menschen, die nicht an Kämpfen teilnehmen: Informationen erhalten, die eigene Versorgung organisieren und wissen, wo man Schutz finden kann. Solche nichtmilitärischen Schutzmaßnahmen gehören zum Zivilschutz. [1]
Für diese Seite schauen wir auf deinen Haushalt: Was würde euch helfen, wenn gewohnte Abläufe nicht mehr funktionieren? Welche Absprachen wären wichtig? Und was lässt sich schon vorher vorbereiten?
Was könnte sich im Alltag verändern?

Versorgung ist nicht mehr selbstverständlich
Werden Versorgungsanlagen beschädigt, können wichtige Dienste beeinträchtigt werden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz beschreibt solche indirekten Folgen von Kampfhandlungen auch über den unmittelbaren Angriff hinaus. Für deine Planung werden dann Fragen nach Wasser, Lebensmitteln und Energie wichtig. [2]

„Ich ruf dich kurz an“ klappt vielleicht nicht
Bei Störungen von Stromversorgung, Internet oder Mobilfunk können Nachrichten und Anrufe ausfallen. Dann hilft es, wichtige Kontakte auch auf Papier zu haben und andere Informationswege zu kennen. [3]

Zu Hause bleiben ist nicht immer die richtige Lösung
Je nach Gefahr kann es erforderlich sein, Schutz in einem Gebäude zu suchen oder das Zuhause zu verlassen. Ein geeigneter Schutzort und vorbereitetes Notgepäck erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben. Maßgeblich sind die Hinweise zur konkreten Lage. [4]
Für welchen Zeitraum solltest du planen?
Eine allgemeingültige Dauer lässt sich für dieses Szenario nicht angeben. Für deinen Einstieg kannst du einen überschaubaren Zeitraum wählen, in dem du deinen Haushalt selbst versorgen möchtest.
Das BBK empfiehlt einen schrittweise aufgebauten Vorrat für möglichst zehn Tage; auch drei Tage sind bereits ein hilfreicher Anfang. Das ist ein Vorratsziel, keine Aussage darüber, wie lange ein Krieg oder seine Folgen dauern. [5]
Wie kannst du dich auf einen Kriegsfall vorbereiten?
Fang mit Dingen an, die auch bei anderen Unterbrechungen des Alltags nützlich sind. Du brauchst nicht für jedes Szenario eine komplett neue Ausstattung.

Wissen, woher Informationen kommen
Richte die Warn-App NINA für die Orte ein, die dir wichtig sind. Plane zusätzlich einen Informationsweg ohne Internet ein, beispielsweise ein batteriebetriebenes Radio. Eine geladene Powerbank hilft deinen Geräten, ersetzt aber kein funktionierendes Mobilfunknetz. [3]
Amtliche Warnmeldungen ansehen →
Den eigenen Haushalt versorgen können
Ergänze beim normalen Einkauf nach und nach Getränke und haltbare Lebensmittel, die ihr gerne esst. Ein Teil sollte ohne Kühlung und Kochen auskommen. Denk auch an besondere Bedürfnisse, etwa Babynahrung oder Tierfutter. [5]
Schau anschließend nach Taschenlampe, Batterien und warmen Decken. Vielleicht liegt dein Anfang längst in verschiedenen Schubladen.
Deinen Notvorrat aufbauen →
Einmal gemeinsam durchsprechen
Wie würdet ihr Kontakt halten, wenn das Handy nicht funktioniert? Wer braucht Unterstützung? Welche Ausweichmöglichkeiten kämen infrage?
Sammelt wichtige Kontaktdaten auch auf Papier. Legt Dokumente griffbereit zusammen und überlegt, was bei einem kurzfristigen Aufbruch mitkommen muss, einschließlich persönlich benötigter Medikamente. [6]
Vorbereitung auf eine Evakuierung entdecken →Wo findest du im Ernstfall Schutz?
Bei einer Warnung vor Luftangriffen oder Explosionen
Innenliegende Räume ohne Fenster können Schutz vor Glassplittern und umherfliegenden Trümmern bieten. Das BBK nennt insbesondere fensterlose Kellerräume; ohne Keller kommen innenliegende Räume abseits von Fenstern infrage. Meide das Dachgeschoss und benutze keinen Aufzug. [7]
Der Raum muss zur Gefahr passen: Bei Brand, Einsturzgefahr oder drohender Überflutung ist ein Keller nicht automatisch ein geeigneter Rückzugsort. Beachte die örtlichen Warnungen und Anweisungen. [4]
Wenn du dein Zuhause verlassen sollst
Folge den Anweisungen der zuständigen Stellen und Einsatzkräfte. Ein vorbereitetes Notgepäck spart die Sucherei beim Aufbruch. Bei unmittelbarer Gefahr darf das Einsammeln von Gegenständen deine Sicherheit aber nicht verzögern. [6]
Eine Warnmeldung bedeutet nicht automatisch „sofort losfahren“. Lies oder höre auch die zugehörigen Verhaltensempfehlungen: Schutz suchen und Evakuieren sind unterschiedliche Maßnahmen. [4]