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  3. Zimmerpflanzen pflegen: einfache Tipps für Anfänger
ZimmerpflanzenZimmerpflanzen pflegenPflanzen gießenPflanzenpflegeWohnen mit PflanzenParadies am Lusen

Zimmerpflanzen pflegen: einfache Tipps für Anfänger

Zu viel Wasser, zu wenig Licht oder einfach ein altes Blatt? So lernst du deine Zimmerpflanzen kennen und findest eine Pflege, die im Alltag funktioniert.

Von Lisa Haidorf26.01.2023Aktualisiert: 14.10.20268 Min. Lesezeit
Eine Hand gießt eine grüne Zimmerpflanze im Topf
In diesem Artikel
  1. 01Der richtige Standort: erst das Licht, dann die Pflanze
  2. 02Zimmerpflanzen gießen: regelmäßig prüfen, nicht automatisch nachgießen
  3. 03Welche Erde passt – und wann musst du umtopfen?
  4. 04Düngen und Blätter pflegen: was im Alltag anfällt
  5. 05Gelbe Blätter und braune Spitzen: erst die Ursache suchen
  6. 06Zimmerpflanzen im Winter: weniger Licht, andere Pflege
In diesem Artikel
  1. 01Der richtige Standort: erst das Licht, dann die Pflanze
  2. 02Zimmerpflanzen gießen: regelmäßig prüfen, nicht automatisch nachgießen
  3. 03Welche Erde passt – und wann musst du umtopfen?
  4. 04Düngen und Blätter pflegen: was im Alltag anfällt
  5. 05Gelbe Blätter und braune Spitzen: erst die Ursache suchen
  6. 06Zimmerpflanzen im Winter: weniger Licht, andere Pflege

Für ein bisschen Grün brauchst du weder Garten noch Balkon. Schon ein paar Zimmerpflanzen machen die Wohnung wohnlicher, und wenn sich plötzlich ein neues Blatt entrollt, schaut man doch ein zweites Mal hin. Auf dem früheren Familienhof Paradies am Lusen spielte sich vieles draußen ab, aber auch das Grün im Haus hatte seinen Platz.

Damit aus dem schönen Neuzugang kein trauriger Topf in der Ecke wird, brauchst du vor allem einen passenden Standort und ein Gefühl fürs Gießen. Das lässt sich lernen. Fang ruhig mit zwei oder drei Pflanzen an, statt beim ersten Einkauf die komplette Fensterbank vollzustellen. Die nächste kommt meistens sowieso früh genug.

Der richtige Standort: erst das Licht, dann die Pflanze

Du siehst eine Pflanze, findest sie schön und suchst zu Hause nach einer freien Stelle. Verständlich, aber andersherum wäre es für die Pflanze besser. Schau zuerst, welche Bedingungen du anbieten kannst. Eine dunkle Ecke wird nicht dadurch zum guten Standort, dass die Blätter dort perfekt zum Sofa passen.

Beobachte den vorgesehenen Platz zu verschiedenen Tageszeiten. Scheint die Sonne direkt hinein? Hängt ein dichter Vorhang davor? Verdeckt das Nachbarhaus das Fenster? Direkt am Fenster ist es meist deutlich heller als zwei oder drei Meter weiter im Raum, auch wenn unsere Augen den Unterschied weniger stark wahrnehmen. Die Angaben auf dem Pflanzenetikett helfen dir beim Einordnen:

  • Hell ohne direkte Sonne: Viel Tageslicht, aber keine kräftigen Sonnenstrahlen auf den Blättern. Ein fensternaher Platz ohne pralle Mittagssonne passt zu vielen klassischen Blattpflanzen.
  • Sonnig: Direkte Sonne erreicht die Pflanze. Manche Arten mögen das, andere bekommen Blattschäden. Gewöhne eine bisher dunkler stehende Pflanze schrittweise an mehr Sonne.
  • Schattenverträglich: Die Pflanze kommt mit weniger Licht zurecht und wächst dann häufig langsamer. Eine dauerhaft sehr dunkle Ecke funktioniert trotzdem nicht ohne geeignete Pflanzenbeleuchtung.

Auch Temperatur und Platz gehören zur Auswahl. Direkt über einem heißen Heizkörper oder in kalter Zugluft stehen viele Arten ungünstig. Und aus dem kleinen Pflänzchen kann etwas werden, das irgendwann mehr als die halbe Fensterbank beansprucht. Heb das Etikett mit dem Namen auf: Damit findest du später gezielte Pflegehinweise, statt nach „grüne Pflanze mit großen Blättern“ zu suchen.

Zimmerpflanzen gießen: regelmäßig prüfen, nicht automatisch nachgießen

„Einmal pro Woche gießen“ klingt angenehm übersichtlich. Leider weiß deine Pflanze nichts von diesem Kalender. Wie schnell die Erde trocknet, hängt unter anderem von Pflanzenart, Topfgröße, Licht und Temperatur ab. Ein fester Tag zum Nachschauen ist trotzdem praktisch – nur die Gießkanne muss nicht jedes Mal zum Einsatz kommen.

Für Pflanzen in gewöhnlicher Topferde kannst du dich zunächst an diesen Handgriffen orientieren:

  1. Feuchtigkeit prüfen: Fühle mit einem Finger ein paar Zentimeter unter der Oberfläche. Ob bereits gegossen werden sollte, hängt von der Art ab: Manche Pflanzen mögen gleichmäßig leicht feuchte Erde, viele Sukkulenten sollen zwischendurch deutlich stärker abtrocknen. Eine trockene Oberfläche allein sagt noch nicht, wie nass es weiter unten ist.
  2. Bei Bedarf gründlich gießen: Gib das Wasser langsam auf die Erde, sodass es den Wurzelballen erreicht und überschüssiges Wasser unten ablaufen kann. Bei handlichen Pflanzen geht das gut über dem Spülbecken. Täglich nur einen winzigen Schluck auf dieselbe Stelle zu kippen, ist keine verlässliche Versorgung.
  3. Abtropfen lassen: Stelle den Topf erst zurück, wenn kein Wasser mehr nachläuft. Gießt du direkt am Standort, entfernst du das gesammelte Wasser anschließend aus Untersetzer oder Übertopf.

Ein Innentopf mit Löchern im Boden macht das einfach. Der schöne geschlossene Übertopf steht nur außen herum. Die Wurzeln sollen Wasser bekommen, aber nicht tagelang darin stehen. Dauerhafte Nässe verdrängt Luft aus der Erde und kann Wurzeln schädigen. Eine Schicht Kies oder Blähton ersetzt keinen Ablauf.

Mit der Zeit hilft auch das Topfgewicht: Nach dem Gießen ist derselbe Topf schwerer als mit trockenerer Erde. Du musst daraus keine Messreihe machen. Einmal vorsichtig anheben und vergleichen reicht, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Welche Erde passt – und wann musst du umtopfen?

Auf Erdsäcken und in Pflegeanleitungen begegnet dir oft das Wort Substrat. Gemeint ist das Material, in dem die Wurzeln wachsen. Für viele robuste Zimmerpflanzen eignet sich eine gute Zimmerpflanzenerde. Kakteen, andere Sukkulenten und viele Orchideen brauchen dagegen passendere Mischungen. Schau nach der Eignung für deine Pflanze, statt alle Töpfe mit derselben Erde zu füllen.

Umtopfen steht nicht automatisch jedes Frühjahr an. Es wird interessant, wenn der Ballen fast nur noch aus Wurzeln besteht, Wurzeln stark aus den Abzugslöchern wachsen oder die Pflanze trotz angemessenem Gießen ungewöhnlich schnell austrocknet. Läuft Wasser sofort durch, prüfe auch die Erde: Stark ausgetrocknetes Substrat nimmt Wasser mitunter schlecht auf. Das allein beweist noch keinen Platzmangel.

Ist mehr Raum nötig, nimm einen nur etwas größeren Topf mit Ablauf. Ein winziger Wurzelballen in einem riesigen Gefäß ist keine besonders hilfreiche Großzügigkeit: Die viele ungenutzte Erde kann lange nass bleiben. Bei vielen Zimmerpflanzen ist das Frühjahr ein guter Zeitpunkt, weil sie dann wieder stärker wachsen.

Löse den Ballen vorsichtig aus dem alten Topf, entferne lockere alte Erde und schau nach den Wurzeln. Sie sollten fest sein; weiche, faulige Stellen sind ein Warnzeichen. Setze gewöhnliche Blattpflanzen ungefähr auf ihrer bisherigen Höhe ein, fülle passende frische Erde rundherum auf und drücke sie leicht an. Bei Spezialkulturen wie Orchideen gelten eigene Umtopfhinweise. Manchmal ist vor allem frische, lockere Erde nötig und gar nicht wesentlich mehr Platz.

Düngen und Blätter pflegen: was im Alltag anfällt

Im Topf ist der Nährstoffvorrat begrenzt. Während eine Pflanze aktiv wächst, kann deshalb zusätzlicher Dünger nötig sein. Menge und Häufigkeit richten sich nach der Art und dem verwendeten Produkt. Frisch vorgedüngte Erde enthält bereits einen Vorrat für die erste Zeit; die Verpackung sagt dir, wann Nachdüngen vorgesehen ist.

Dünger ist kein allgemeines Rettungsmittel für eine schwächelnde Pflanze. Steht sie zu dunkel oder sind ihre Wurzeln durch Nässe geschädigt, hilft eine Extraportion nicht. Zu viel Dünger kann selbst Wurzelschäden verursachen. Halte dich deshalb an die Dosierung, statt bei langsamem Wachstum einfach großzügiger zu werden.

Ab und zu lohnt sich außerdem ein Blick auf die Blätter. Große, glatte Blattflächen kannst du mit einem weichen, leicht feuchten Tuch vorsichtig von Staub befreien. Manche Pflanzen vertragen auch eine sanfte lauwarme Dusche. Bei behaarten oder sehr empfindlichen Blättern brauchst du eine andere, zur Art passende Methode. Dabei kannst du gleich die Blattunterseiten anschauen – dort fallen kleine Veränderungen sonst leicht unter den Tisch.

Gelbe Blätter und braune Spitzen: erst die Ursache suchen

Ein gelbes Blatt bedeutet nicht automatisch „zu viel Wasser“, eine braune Spitze nicht automatisch „zu trockene Luft“. Dieselben sichtbaren Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Schau deshalb auf die gesamte Pflanze, die Erde und die letzten Veränderungen am Standort.

Was du bemerkstWas dahinterstecken kannWas du zuerst prüfst
Ein einzelnes älteres Blatt wird gelbAuch normale Alterung ist möglich.Wächst die Pflanze ansonsten gesund weiter oder folgen weitere Blätter?
Mehrere Blätter werden gelbUnter anderem Wasser-, Licht-, Nährstoff- oder Wurzelprobleme.Feuchtigkeit im Topf, Wasser im Übertopf und tatsächliche Helligkeit.
Braune Blattspitzen oder RänderTrockene Luft, ungleichmäßige Wasserversorgung oder zu viele Salze durch Düngung können beteiligt sein.Gießverhalten, Düngermenge und Nähe zur Heizung. Nicht sofort nur häufiger sprühen.
Die Pflanze hängt trotz nasser ErdeMöglicherweise sind Wurzeln geschädigt und nehmen Wasser schlecht auf.Stehendes Wasser entfernen und den Wurzelzustand kontrollieren. Weiteres Nachgießen kann es verschlimmern.

Die Tabelle hilft beim Eingrenzen, nicht bei einer sicheren Diagnose aus einem einzelnen Blatt. Kontrolliere auch auf kleine Tiere, feine Gespinste oder auffällige Beläge. Besteht Schädlingsverdacht, stelle die Pflanze zunächst getrennt von anderen auf und kläre, was sie befallen hat. Bei rascher Verschlechterung oder fauligen Wurzeln lohnt sich fachlicher Rat, etwa in einer Gärtnerei. Ein Foto der ganzen Pflanze und der betroffenen Stellen hilft dabei mehr als „die sieht irgendwie traurig aus“.

Zimmerpflanzen im Winter: weniger Licht, andere Pflege

Im Winter werden die Tage kürzer und viele Zimmerpflanzen wachsen langsamer. Häufig brauchen sie dann weniger Wasser und Dünger. Gleichzeitig kann ein warmer Heizungsplatz die Erde weiterhin zügig austrocknen lassen. Deshalb heißt Winterpflege nicht pauschal „bis März nicht mehr gießen“, sondern den tatsächlichen Bedarf weiter prüfen.

Ein hellerer Platz näher am Fenster kann helfen. Achte dort auf kalte Scheiben und schütze empfindliche Pflanzen beim Lüften vor eisiger Zugluft. Pflanzen ersetzen übrigens kein Lüften – auch dann nicht, wenn das Wohnzimmer inzwischen ziemlich grün aussieht.

Bei trockener Heizungsluft kommt oft die Sprühflasche ins Spiel. Gelegentliches Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit nur kurz und ist keine allgemeine Pflegepflicht. Manche Arten vertragen feuchte Blätter gut, andere weniger. Braucht eine Pflanze dauerhaft feuchtere Luft, ist ein geeigneter Standort wichtiger als zwei Sprühstöße am Morgen. Ein helles Bad kann passen; das fensterlose Gäste-WC wird dadurch aber nicht zum Pflanzenparadies.

Mit der Zeit lernst du, was bei dir funktioniert. Welche Erde länger feucht bleibt, welche Pflanze den sonnigen Platz mag und welche besser etwas geschützter steht. Nicht jedes Blatt muss dabei aussehen wie im Pflanzenkatalog. Und falls aus den ersten Töpfen irgendwann Kräuter auf der Fensterbank oder Gemüse auf dem Balkon werden, findest du beim Einstieg in die Selbstversorgung weitere Anregungen. Bei ein paar Zimmerpflanzen zu bleiben, ist aber genauso in Ordnung.

Quellen zu den fachlich ergänzten Pflegehinweisen: Royal Horticultural Society: Standort, Gießen und Düngen · Iowa State University: Töpfe, Umtopfen und Luftfeuchtigkeit · RHS: Pflegeprobleme erkennen · Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Lichtbedarf und Winterpflege[1]

Nach einem Beitrag von Lisa Haidorf aus dem Paradies am Lusen. Für Last Farm überarbeitet und um praktische Pflegehinweise ergänzt.

Quellen (1)
  1. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Lichtbedarf und Winterpflege
L
VonLisa Haidorf

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