Selbstversorgung
Selbstversorgung bedeutet, Lebensmittel oder andere benötigte Güter ganz oder teilweise selbst bereitzustellen. Im Garten beginnt sie mit eigener Ernte. Zusammen mit Verarbeitung und Vorratshaltung kann daraus Schritt für Schritt mehr Unabhängigkeit im Alltag entstehen.
Auch bekannt als: Eigenversorgung, Versorgung aus eigener Erzeugung
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Selbstversorgung bedeutet, sich selbst mit Lebensmitteln oder anderen benötigten Gütern zu versorgen. [1] Im Zusammenhang mit Garten und Vorsorge geht es vor allem darum, Nahrung für den eigenen Haushalt anzubauen, zu verarbeiten und aufzubewahren. Du übernimmst damit einen Teil deiner Versorgung selbst, statt alles fertig einzukaufen.
Das muss nicht gleich ein Bauernhof mit eigener Mühle sein. Du kannst dir zunächst vornehmen, deine Küchenkräuter selbst zu ziehen oder einen Teil deines Sommergemüses zu ernten. Der Supermarkt darf trotzdem auf deiner Einkaufsliste bleiben.
Teilselbstversorgung und Autarkie: Was ist der Unterschied?
Teilselbstversorgung bedeutet, dass du nur einen Teil deines Bedarfs selbst deckst. Beispielsweise kommen Salat und Tomaten im Sommer aus deinem Garten, während du Brot, Öl und andere Lebensmittel weiterhin kaufst.
Der Begriff Autarkie überschneidet sich damit: Er bezeichnet die vollständige oder teilweise Selbstversorgung eines Haushalts, einer Region oder eines Staates. [2] Entscheidend ist deshalb, welchen Bereich du meinst. Wer sein Gemüse selbst anbaut, ist dadurch nicht automatisch auch bei Strom, Trinkwasser oder sämtlichen Lebensmitteln unabhängig.
Auch Selbermachen und eigene Erzeugung sind nicht ganz dasselbe: Brot aus gekauftem Mehl zu backen ist eine praktische Fähigkeit. Die Versorgung mit dem Mehl bleibt dabei aber von einem Einkauf abhängig.
Wie viel Fläche braucht man zur Selbstversorgung?
Für eine kleine Ergänzung deiner Ernährung brauchst du keinen Hektar Land. Eine ganzjährige Versorgung mit größeren Mengen ist dagegen eine andere Aufgabe. Das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) nennt als rechnerische Orientierung rund 85 Quadratmeter pro Person für Gemüse, Kartoffeln und Obst. Für eine Ernährung mit höherem pflanzlichem Anteil nennt es etwa 140 Quadratmeter. Grundlage sind ökologische Ertragsannahmen; vorhandene Anbauerfahrung wird dabei vorausgesetzt. [3]
Diese Zahlen beschreiben keine vollständige Ernährung aus dem eigenen Garten. Getreide und tierische Produkte sind in dieser Betrachtung nicht enthalten. Wege, Kompostplätze und andere Nebenflächen kommen zusätzlich dazu. Boden, Erfahrung und Ernährungsweise verändern den tatsächlichen Flächenbedarf. Verstehe solche Angaben deshalb als Planungshilfe, nicht als Erntegarantie.
Geht Selbstversorgung auf dem Balkon oder ohne eigenen Garten?
Ja, als Teilselbstversorgung. Küchenkräuter und Pflücksalate lassen sich auch in geeigneten Gefäßen anbauen. Auf einem sonnigen, windgeschützten Balkon kommen beispielsweise Tomaten oder Paprika infrage. Wichtig sind passende Gefäßgrößen, ausreichende Nährstoffe und regelmäßiges Gießen. [4]
Ohne eigene Anbaufläche kann auch ein Selbsterntegarten eine Möglichkeit sein. Bei diesem Modell bereiten landwirtschaftliche Betriebe bepflanzte oder eingesäte Parzellen vor. Du mietest eine davon, pflegst die Pflanzen und erntest das Gemüse. So kannst du Anbauerfahrung sammeln, ohne selbst einen Garten zu besitzen. [5]
Wie beginne ich mit der Selbstversorgung?
Statt sofort einen kompletten Jahresbedarf zu planen, kannst du mit einer überschaubaren Aufgabe anfangen. Für den Einstieg bietet sich dieses Vorgehen an:
- Ein konkretes Ziel wählen: Möchtest du frische Kräuter für die Küche, regelmäßig eigenen Salat oder später auch Lebensmittel zum Einlagern? Das ist hilfreicher als der Vorsatz, ab jetzt einfach „alles selbst“ zu machen.
- Zum Alltag passend planen: Prüfe deinen Platz, die Lichtverhältnisse und die Möglichkeiten zum Gießen. Überlege auch, wer sich während eines Urlaubs um die Pflanzen kümmert.
- Erfahrungen festhalten: Notiere, was du angebaut, geerntet und tatsächlich verwendet hast. Danach kannst du entscheiden, welche Pflanzen im nächsten Jahr mehr Platz bekommen.
Ein guter Maßstab für deinen ersten Versuch ist nicht, wie beeindruckend die Anbaufläche aussieht. Wichtiger ist, dass du mit ihr zurechtkommst und deine Ernte nutzt. Drei gepflegte Pflanzgefäße dürfen der Anfang sein. Das Feld kann warten.
Tierhaltung ist dafür keine Voraussetzung. Wer ausschließlich pflanzliche Lebensmittel für den eigenen Haushalt anbaut, betreibt ebenfalls Selbstversorgung.
Warum gehören Lagerung und Haltbarmachen dazu?
Die eigene Ernte ist besonders nützlich, wenn du sie nicht nur am Erntetag verwenden kannst. Überschüssiges Obst lässt sich beispielsweise zu Konfitüre oder Kompott verarbeiten, trocknen oder einfrieren. Auch Gemüse kann mit passenden Verfahren haltbar gemacht werden. Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt solche Möglichkeiten als Ergänzung einer durchdachten Vorratshaltung. [6]
Plane deshalb nicht nur, was wachsen soll, sondern auch, was anschließend damit passiert. Zum sofortigen Essen, Einlagern und Verarbeiten brauchst du unterschiedliche Mengen und Möglichkeiten. Nutze beim Haltbarmachen geeignete, geprüfte Anleitungen für das jeweilige Lebensmittel, statt Temperaturen oder Haltbarkeiten zu improvisieren.
Zur Organisation gehört außerdem die Vorratsrotation: Du verwendest deine Vorräte im Alltag und behältst im Blick, was zuerst aufgebraucht werden sollte. Beschriftete Gläser und eine einfache Bestandsliste helfen, damit aus einer guten Ernte kein vergessenes Regalprojekt wird.
Was unterscheidet Selbstversorgung vom Notvorrat?
Selbstversorgung erzeugt Nachschub. Ein Notvorrat hält bereits verfügbare Lebensmittel und Getränke bereit. Beides kann sich ergänzen, ersetzt sich aber nicht. Ein frisch ausgesätes Beet versorgt dich nicht mit dem Abendessen, wenn heute der Einkauf ausfällt.
Für die private Notfallvorsorge empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Schon ein Vorrat für drei Tage ist ein hilfreicher Einstieg. Gemeint ist hier eine verfügbare Reserve, nicht die Vorgabe, alle Lebensmittel selbst anzubauen. Ein Teil sollte ohne Kühlung haltbar und ohne Kochen nutzbar sein. [7]
Daraus ergibt sich für deine Planung: Ein Gefrierschrank voller eigener Ernte ist ein Vorrat, aber keine stromunabhängige Lagerung. Ergänze deine Selbstversorgung deshalb um passende Lebensmittel und Trinkwasser, die im vorgesehenen Notfall tatsächlich verfügbar sind. Bei der ersten Mengenplanung hilft dir unser Vorratsrechner.
Spart Selbstversorgung automatisch Geld?
Nicht automatisch. Für einen ehrlichen Vergleich musst du Saatgut oder Jungpflanzen, Erde, Wasser, Ausstattung und gegebenenfalls Pacht berücksichtigen. Auch deine Arbeitszeit gehört zur Planung. Ein vorhandenes Beet ist eine andere Ausgangslage als ein neu angelegter Garten mit zusätzlicher Ausstattung.
Rechne außerdem mit der Ernte, die du wirklich verwendest, nicht mit einer erhofften Idealmenge. Dein persönliches Ziel kann trotzdem über eine mögliche Ersparnis hinausgehen: eigene Lebensmittel erzeugen, praktische Fähigkeiten lernen und einen Teil deiner Versorgung selbst übernehmen.
Für den nächsten Schritt findest du in unserem Bereich Garten und Anbau weitere Themen. Du musst nicht sofort vollständig unabhängig werden. Fang mit dem Teil an, den du im Alltag tatsächlich selbst übernehmen möchtest.
Häufige Fragen
Was bedeutet Selbstversorgung einfach erklärt?
Selbstversorgung bedeutet, den eigenen Bedarf an Lebensmitteln oder anderen Gütern ganz oder teilweise selbst zu decken. Im Garten geht es vor allem um eigene Ernten und ihre Verwendung. Du musst dafür nicht auf sämtliche Einkäufe verzichten.
Was gehört alles zur Selbstversorgung?
Bei Lebensmitteln gehören Anbau, Pflege, Ernte, Verarbeitung und passende Lagerung zusammen. Auch die Planung gehört dazu: Was brauchst du, was kannst du erzeugen und wie nutzt du Überschüsse? Tierhaltung ist keine Voraussetzung.
Wie viel Quadratmeter braucht man pro Person zur Selbstversorgung?
Das BZL nennt rechnerisch rund 85 Quadratmeter für Gemüse, Kartoffeln und Obst beziehungsweise etwa 140 Quadratmeter bei höherem pflanzlichem Anteil. Diese Orientierung berücksichtigt nicht die komplette Ernährung. Nebenflächen und die Bedingungen vor Ort kommen hinzu.
Kann ich mich auf dem Balkon selbst versorgen?
Du kannst dort einen Teil deiner Lebensmittel anbauen, beispielsweise Kräuter, Pflücksalate und bei passenden Bedingungen Tomaten. Ein Balkon ersetzt normalerweise nicht deinen gesamten Lebensmitteleinkauf, kann aber ein überschaubarer Einstieg in die Teilselbstversorgung sein.
Wie beginne ich als Anfänger mit der Selbstversorgung?
Wähle ein kleines, konkretes Ziel und Pflanzen, deren Ernte du tatsächlich verwenden möchtest. Prüfe Platz, Licht und Gießmöglichkeiten. Halte deine Erfahrungen fest und erweitere den Anbau erst, wenn die bisherigen Aufgaben gut in deinen Alltag passen.
Ist Selbstversorgung dasselbe wie Autarkie?
Die Begriffe überschneiden sich. Autarkie bezeichnet vollständige oder teilweise Selbstversorgung. Wichtig ist der betrachtete Bereich: Eigenes Gemüse macht dich beispielsweise nicht automatisch unabhängig von zugekauften Lebensmitteln, Strom oder Trinkwasser.
Ersetzt ein Selbstversorgergarten den Notvorrat?
Nein. Ein Garten liefert nicht jederzeit sofort nutzbare Lebensmittel. Ein Notvorrat überbrückt dagegen einen Zeitraum mit bereits verfügbaren Lebensmitteln und Getränken. Eigene Ernten können ihn ergänzen, wenn sie passend verarbeitet und gelagert werden.