Notgepäck

Notgepäck ist vorbereitetes Gepäck für den Fall, dass du dein Zuhause kurzfristig verlassen musst. Mit persönlichen Medikamenten, Dokumenten, Kleidung und Verpflegung hilft es dir, die ersten Tage woanders zurechtzukommen.

Auch bekannt als: Notfallgepäck, Notfallrucksack, Notfalltasche, Evakuierungsrucksack, Fluchtrucksack

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Notgepäck ist vorbereitetes Gepäck für den Fall, dass du dein Zuhause kurzfristig verlassen musst. Es enthält die wichtigsten persönlichen Dinge, um die ersten Tage woanders zurechtzukommen: beispielsweise Medikamente, Dokumente, Kleidung, Trinkwasser und etwas zu essen. Meist wird dafür ein Rucksack verwendet. [1]

Die Idee dahinter ist einfach: Was du vorher in Ruhe zusammenstellst, musst du später nicht unter Zeitdruck suchen. Dein Notgepäck soll dir den ungeplanten Aufenthalt bei Freunden oder in einer Notunterkunft erleichtern. Eine komplette Ausrüstung für ein neues Leben im Wald ist damit nicht gemeint.

Notgepäck, Notfallrucksack oder Fluchtrucksack: Was ist der Unterschied?

Notgepäck bezeichnet das vorbereitete Gepäck insgesamt. Ein Notfallrucksack ist die praktische Variante auf dem Rücken. Im Zusammenhang mit privater Notfallvorsorge werden auch Begriffe wie Notfalltasche, Evakuierungsrucksack oder Fluchtrucksack verwendet. Entscheidend ist weniger der Name als der Inhalt und die Frage, ob er zu deiner Situation passt.

Nicht zu verwechseln ist das mit einem medizinischen Notfallrucksack für den Rettungsdienst. Hier geht es um deine persönliche Ausstattung für eine vorübergehende Zeit außer Haus, nicht um professionelle Behandlungsausrüstung.

Wann brauchst du Notgepäck?

Ein Anlass kann eine Evakuierung wegen eines Bombenfunds, eines Gaslecks oder drohenden Hochwassers sein. Evakuierung bedeutet, dass Menschen einen gefährdeten Bereich verlassen und an einen sichereren Ort gebracht werden oder sich dorthin begeben. Auch nach einem Brand kann deine Wohnung vorübergehend unbewohnbar sein. [2]

Du brauchst also kein außergewöhnliches Katastrophenszenario, damit vorbereitete Kleidung, Medikamente und Unterlagen hilfreich sind. Wichtig bleibt: Beachte die örtlichen Warnungen und Anweisungen der Einsatzkräfte. Nicht jede Gefahr erfordert, das Haus zu verlassen. Bei unmittelbarer Gefahr darf das Einsammeln von Gepäck deine Sicherheit niemals verzögern. [3]

Was gehört ins Notgepäck? Eine kompakte Checkliste

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt verschiedene Ausrüstungsbereiche. Diese Übersicht fasst wichtige Punkte zusammen und ergänzt praktische Alltagsbeispiele. Sie ist keine vollständige Packliste für jeden Haushalt:

  • Gesundheit und Hygiene: persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, benötigte Hilfsmittel wie eine Ersatzbrille sowie Zahnbürste, Zahnpasta und persönliche Hygieneartikel.
  • Unterlagen und Geld: Dokumentenmappe, Ausweispapiere, Gesundheitskarte und Bargeld. Wichtige Telefonnummern zusätzlich auf Papier notieren.
  • Kleidung und Wärme: Wechselkleidung, Regenschutz und warme Kleidung. Feste Schuhe griffbereit halten; je nach Unterbringung eine Decke oder einen Schlafsack einplanen.
  • Essen und Trinken: Trinkwasser und haltbare, direkt essbare Verpflegung. Wähle Lebensmittel, die du verträgst und unterwegs ohne Kochen nutzen kannst. Bei Konserven an einen Dosenöffner denken.
  • Licht und Kontakt: Taschenlampe mit Ersatzbatterien, netzunabhängiges Radio und geladene Powerbank mit passendem Kabel. Smartphone und Schlüssel beim Aufbruch ergänzen.

Diese Auswahl fasst zentrale Punkte der BBK-Checkliste zusammen. Die ausführliche Notgepäck-Checkliste ist kostenlos als PDF verfügbar. [4]

Die persönlichen Dinge verdienen besondere Aufmerksamkeit. Windeln oder Menstruationsprodukte ergänzt du nach Bedarf. Ein zusätzliches Werkzeug ersetzt weder deine Brille noch regelmäßig benötigte Medikamente. Für deren Vorrat und Lagerung solltest du bei Unsicherheit deine Arztpraxis oder Apotheke fragen.

Welche Dokumente gehören in die Notfalltasche?

Unterscheide zwischen Unterlagen für unterwegs und Dokumenten, die du vor Verlust schützen möchtest. Für unterwegs sind insbesondere Ausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte und wichtige medizinische Informationen relevant. In die Dokumentenmappe können außerdem Geburts- und Heiratsurkunden, wichtige Versicherungs- und Vertragsunterlagen, Vollmachten sowie schwer ersetzbare Zeugnisse gehören. [5]

Du musst dafür nicht jeden alten Papierordner mitschleppen. Wähle gezielt aus und halte die Mappe griffbereit. Ob ein Original, eine beglaubigte Kopie oder eine einfache Kopie benötigt wird, hängt vom Dokument und seinem Verwendungszweck ab. Kläre das bei wichtigen Unterlagen mit der ausstellenden oder zuständigen Stelle. Digitale Sicherungskopien sind eine zusätzliche Absicherung, aber kein pauschaler Ersatz für erforderliche Originale. [3]

Für wie viele Tage sollte das Notgepäck reichen?

Das BBK beschreibt Notgepäck als Unterstützung für die ersten Tage außer Haus. Auf seiner Themenseite nennt es ausdrücklich Verpflegung für zwei Tage sowie Kleidung und Hygieneartikel für einige Tage. [1] Die Johanniter verwenden für ihre Planung einen Zeitraum von 48 bis 72 Stunden. [6]

Zwei bis drei Tage sind damit eine brauchbare erste Orientierung. Daraus folgt aber nicht, dass du danach sicher wieder nach Hause kannst oder automatisch vollständig versorgt wirst. Plane auch, wo du unterkommen könntest und welche Unterstützung du oder Angehörige benötigen.

Welcher Rucksack eignet sich als Notgepäck?

Ein Rucksack lässt die Hände frei, etwa um ein Kind zu begleiten oder sich festzuhalten. Wichtiger als eine bestimmte Literzahl ist, dass du ihn gefüllt sicher tragen kannst. Ein vorhandener, stabiler Rucksack kann dafür ausreichen. Probiere vorab aus, wie du mit dem Gewicht zurechtkommst. [6]

Berücksichtige dabei eure tatsächlichen Möglichkeiten. Kleine Kinder oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität können nicht einfach dieselbe Last übernehmen wie andere Erwachsene. Klärt vorher, wer welches Gepäck transportiert. Ein Rucksack, den niemand tragen kann, ist am Ende nur ein besonders ordentlich gepacktes Hindernis.

Wo bewahrst du Notgepäck auf?

Wähle einen gut erreichbaren Platz, den alle im Haushalt kennen. Kontrolliere regelmäßig Haltbarkeit, Batterien, Ladezustand und Kleidung. Was verbraucht wurde, fehlt oder nicht mehr passt, wird ersetzt. Berücksichtige bei der Lagerung insbesondere die Hinweise zu Medikamenten und Lebensmitteln. [6]

Praktischer Tipp: Befestige eine kurze Ergänzungsliste am Rucksack. Darauf stehen Dinge, die du täglich brauchst und deshalb nicht dauerhaft einpackst: zum Beispiel Handy, Schlüssel, Geldbörse oder bestimmte Medikamente. Die Liste hilft bei einer geordneten Abreise, ist aber kein Grund, bei akuter Gefahr länger im Gebäude zu bleiben.

Was unterscheidet Notgepäck vom Notvorrat?

Der Notvorrat versorgt dich zu Hause, wenn Einkaufen oder die gewohnte Versorgung ausfallen. Das Notgepäck begleitet dich, wenn du dort vorübergehend nicht bleiben kannst. Beides ergänzt sich, erfüllt aber unterschiedliche Aufgaben.

Deinen häuslichen Lebensmittel- und Wasservorrat kannst du mit unserem Vorratsrechner planen. Das ist nicht automatisch die Menge, die du in einen Rucksack packen solltest: Unterwegs zählen zusätzlich Gewicht, Transport und die geplante Unterkunft.

Häufige Fragen

Was empfiehlt das BBK als Notgepäck?

Das BBK empfiehlt unter anderem persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Dokumente, Kleidung, Hygieneartikel, Verpflegung, eine Wasserflasche sowie Licht und ein netzunabhängiges Radio. Die aktuelle Checkliste nennt außerdem eine geladene Powerbank und Bargeld. Der Inhalt muss zu den persönlichen Bedürfnissen passen.

Was ist ein 72-Stunden-Notfallrucksack?

Damit ist ein Rucksack gemeint, dessen Inhalt für etwa drei Tage geplant ist. Die Bezeichnung allein sagt aber nicht, welche Versorgung tatsächlich enthalten ist. Prüfe vor allem Lebensmittel, Trinkwasser, persönliche Medikamente und die vorgesehene Unterbringung.

Welche Dokumente gehören in einen privaten Notfallkoffer?

Wichtig sind Ausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte und relevante medizinische Informationen. Eine Dokumentenmappe kann zusätzlich Urkunden, Versicherungsunterlagen, Vollmachten und wichtige Verträge enthalten. Welche Form erforderlich ist, hängt vom Dokument ab: Eine einfache Kopie ersetzt nicht immer das Original.

Muss ich einen fertig gefüllten Notfallrucksack kaufen?

Nein. Du kannst einen geeigneten Rucksack selbst zusammenstellen und vorhandene Ausrüstung verwenden. Bei einem gefüllten Set solltest du den tatsächlichen Inhalt prüfen. Persönliche Medikamente, passende Kleidung und Dokumente musst du ohnehin individuell ergänzen.

Wie schwer darf Notgepäck sein?

Entscheidend ist, dass du es sicher transportieren kannst. Eine für alle passende Kilogrammzahl gibt es dafür nicht. Teste deinen Rucksack gefüllt und berücksichtige auch, ob du ein Kind begleiten oder Angehörigen helfen musst.

Gibt es eine kostenlose Notgepäck-Checkliste als PDF?

Ja. Das BBK stellt kostenlose Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen als PDF bereit. Darin gibt es einen eigenen Abschnitt für Notgepäck. Die Checkliste ist im Artikel direkt nach der Übersicht zum Inhalt verlinkt.

Quellen (6)
  1. BBK: Wenn es schnell gehen muss: Das Notgepäck
  2. Portal Niedersachsen: Notgepäck und Dokumentenmappe
  3. BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
  4. BBK: Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen
  5. BBK: Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe
  6. Gut vorbereitet: Johanniter empfehlen Notfallrucksack für Krisensituationen